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Archiv für die Kategorie „Tadschikistan“

Auf dem Weg ins Pamir Gebirge

Juheirassa, die ersten Berge, man wird bescheiden, sind ja nur Hügel. Wir freuen uns halt auf ein paar Kurven.

Die ersten Berge

Da kann eine Menge Wasser durchlaufen, aber jetzt, bei den üblichen 32 Grad, nee nee du!

Flussbett im Sommer

Grenzformalitäten haben wir hinter uns, wie üblich, Ausreise kein Problem, aber Einreise. Jeder will unsere Pässe sehen, kaum dass sie unsere Motorräder inspiziert haben. Und immer die gleiche Frage mit der gleichen Antwort.
„Woher?“
„Germania“
Und der letzte von den Burschen knöpft dann jeden auch noch 10US$ ab. Irgendwann dürfen wir dann doch weiterfahren und freuen uns mit der Landschaft.
Wir haben noch Zeit und bringen so noch einige Kilometer auf die Reifen.

Erstes Nachtlager in Tadschikistan

Erstes Nachtlager in Tadschikistan

Nach verzweifelter Suche nach geeignetem Nachtlager werden wir dann doch noch fündig.

Tadschikistan 1. Tag

Die Morgensonne wärmt unser Zelt schnell auf, so dass wir frühzeitig unser Schlafgemach verlassen. Noch einen Kaffee machen, ein paar Kekse dazu und…..
frischen Joghurt, den uns die Kinder aus dem Häuschen da oben bringen.
Schon nett, wir schleichen uns auf deren Grundstück, besetzen praktisch das Land und der liebe Tadschike verköstigt uns auch noch.
Da darf dann in der Nacht ihr Hund neben dem Zelt bellen.

Zelten in Tadschikistan

Das ist die liebe Familie, ohne Hund, aber um 10 m Wäscheseil reicher.

Tadschikische Familie

Erster richtiger Pass, den wir überqueren müssen. Und wenn man sich vorstellt, dass dies die einzige Verbindung in den Süden des Landes ist, weiss der schlaue Verkehrsteilnehmer, dass da alle und alles drüber muss.
Jedes Auto, egal wie alt, jung, geländegängig oder auch nicht, Lastwagen, gross, klein, egal, irgendwie muss man aneinander vorbei, wie lang es auch immer dauert.
Und das ist nicht immer einfach…..

Erster Pass in Tadschikistan

….bei solchen Straßenverkehr… mmm… Schlammverhältnissen.
Aber man wurschtelt sich halt so durch.

Erster Pass in Tadschikistan

Der Shariston Pass, 3378 m hoch belohnt uns dann aber mit so einem Ausblick, also jetzt nicht die Hunde, wir meinen schon die Berge.
Die Sache hat nur einen Haken, auf der anderen Seite geht’s bei ähnlichen Bedingungen wieder runter.

Shariston Pass

Shariston Pass

Unterwegs an einem Bach anhalten, Hose und Stiefel noch schnell vom Schlamm befreit und los, Kurven fahren.
Die ersten Biegungen fallen noch schwer, da man die plattgefahrenen Kanten an den Pneus erst überwinden muss, aber dann……

Kurven, Kurven, Kurven

Kurven, Kurven, Kurven

Nicht zu früh freuen und vor allem, nicht zu früh waschen.
Dies ist die Ausfahrt des Anzob-Tunnel. Wär ja an sich nicht so schlimm.
Aber, du fährst in den Tunnel hinein und siehst nur schwarz. Der Boden schwarz, die Wände schwarz, die Arbeiter, die in dem Tunnel werkeln, schwarz, alles schwarz. Fast keine Beleuchtung.
Und Löcher, die sich fast schon Gruben nennen dürfen, dass die kleine BMW fast verschwindet.
Wir kommen kaum voran. Wir freuen uns auf jedes entgegenkommende Gefährt und sind dankbar für ein kleines bisschen Licht.
Dem größeren Teil von uns kommt die Idee, sich hinter ein Auto zu klemmen, da die Fahrer sich meist gut auskennen. Und siehe da, es funktioniert. Trotzdem ein hartes Stück Arbeit, 5km lang.
Und dreckig sind wir auch wieder.

Anzob-Tunnel

 

Tadschikistan 2. Tag

15km vor dem Norak-Reservoir haben wir völlig fertig unser Zelt aufgeschlagen.
Aber der Morgen sieht vollkommen verdient so aus. Wir freuen uns an einer kleinen, gut ausgebauten Passstrasse und die Lust kommt wieder.

Der Morgen danach

Norak-Reservois, alles so schön bunt hier.

Norak-Reservois

Drei Oldtimer.

Drei Oldtimer

Sebiston. Hier warten wir auf Hermann, einem Österreicher, der mit uns Kontakt aufgenommen hat, da auch er den Pamir-Highway befahren will. Und hier wollen wir uns treffen.

Das ist er, unser Findelkind.
Hermann war mit seinem Kumpel über unser erste geplante Route von der Türkei über Iran und Turkmenistan unterwegs. seinem Freund Hans passierte dann was unglaubliches.
An der
Grenze zu Usbekistan machten sie sich für die Nacht bereit. Hermann in so Container und Hans hat sich sein Zelt aufgestellt. In der Nacht kam ein Sturm auf, Hans wollte sein Zelt um ein paar Meter verstellen, da hatte der Wind was dagegen und schwupp-Di.-wupp, das Zelt lag im Fluss. Mitsamt der ganzen Papiere, Kreditkarten, Ausweise und dem Groessten Teil des Geldes.
Der Strömung zog Richtung Usbekistan. Hermann rüber, war aber leider nichts mehr zu retten. Nur p, er durfte jetzt nicht mehr zurück, da er nur eine einmalige Einreise nach Turkmenistan hatte.
So war Hans ohne Papiere allein in einem Land, das auch keine österreichische Botschaft hat.
Dann muss halt die deutsche herhalten.
Filmreif.
So sind wir für ein paar Tage zu dritt.

Unser "Findelkind", Herrmann

Regelmäßiger Auflauf bei Einkaufsstop. Zu zweit war das ganze schon so, zu dritt bekommen wir jetzt Polizeischutz.

Polizeischutz

Über Danghara und Kulob führt uns der Weg, Zweifelsohne Weg, an den Grenzfluss Panj. Du schaust über das Wasser hinweg und bist in Afghanistan. Wir suchen uns einen Zeltplatz, machen uns was zu essen und nehmen noch ein Bad im saukalten Strom.
Uns hätten die Hubschrauber schon deutsch vorkommen sollen, oder UNO-like.
Mit der Nachtruhe wird’s dann auch nicht klappen, so schnell auf jeden Fall nicht.
Drei Grenzsoldaten lassen uns bei Dunkelheit unseren Ramsch zusammenpacken und aufsatteln. Dawei, heisst es nur.
Sieben km zurück bauen wir auf einer kleinen Wiese alles wieder bei finstrer Nacht auf.
Und die Schafe blöken dazu.
Gegen 23:00 Uhr haben wir dann auch unsere Ruhe.

An der Grenze zu Afghanistan

Tadschikistan 3.Tag

Immer der Grenze entlang fahren wir am nächsten Tag durch das wunderschöne Flusstal. Allein die Strasse lässt einiges zu wünschen übrig. Schotterpiste, mal enger, mal weiter, dann werden wieder Räumarbeiten durchgeführt, loses Geröll liegt so einfach herum, Schlaglöcher sind uns eh schon bekannt.
aber bei solchem Hintergrund.

Flusstal

immer wieder der Blick nach rechts in ein ganz anderes Land. Dörfer entlang des Wassers, verbunden durch solche Wege und Steige.

Wildes Tadschikistan

Aber sie werden benutzt.

Wildes Tadschikistan

Tanken auf tadschikisch

Tanken mal anders

Genau abgezählte Liter aus der Zapfkanne.

Tanken mal anders

Aber mit eingebautem Filter.

Tanken mal anders

Die Leuchtanzeige auch spät in der Nacht gut sichtbar.
Ob die Oktanangabe stimmte, da fehlte uns der Glaube.

Tanken mal anders

Und immer mehr Radfahrer begegnen uns.  Respekt vor diesen Individualisten.

Individualisten unter sich

Dann eine Schrecksekunde. Gegen drei Uhr Nachmittags wirft die BMW ihren Fahrer nach dessen Unaufmerksamkeit aus dem Sattel. Dabei wurde der Rechte Fuss in Mitleidenschaft gezogen.
Alles Kühlen im Bachlauf hilft nichts, der Fuss schwillt an. Trotzdem, weiter muss gehen. So fährt halt der Kollege das Moped durchs Wasser.
A bisserl klein ist der Untersatz ja schon.

Flussdurchfahrt

n einem Seitental sehen wir eine ausgediente Fabrik. Allein, verlassen, wie für uns gemacht.
Wir wollen die Zelte aufschlagen, da bemerken wir ganz kleine Diesteln und die Kameraden stechen durch Unterlegfolie und Zeltboden. Gar nicht gut für die ThermaRest.
dann kommt kopfschuettelnd ein Bub vorbei, der seine Ziegen zusammenholt. Kurz darauf kommt sein Vater und bietet uns an, ein ausgedientes Bürogebäude zu benutzen.
auf Fliesen wird dann genächtigt, besser als bei Nacht das Zelt aufstellen, spät is nämlich auch schon wieder.
Und der Kleine hat auch seinen Spaß.
Fuss schmerzt.

Freundliche Mitmenschen

Tadschikistan 4.Tag

Knotig, unsere nächste Anlaufstelle, wird angepeilt.
Dann sehen wir doch noch eine Brücke, die Welten verbindet.

Brücke vor Knotig

Blumenkind

Blumenkind Brummi

Nach Khorog entscheiden wir uns für die nördliche Route des Pamir-Highway, die wahre Route, sagt man.
aber da überall so Registrierstellen in der Gegend herumstehen, damit die hiesige Polizei auch beschäftigt ist, müssen wir wieder halten.
Da sagt uns der Beamte wir sind für die Südroute eingetragen. Blöd. Wieder Umweg und angeblich schlechtere Strasse.
Aber dann sind Kollegen unter sich und so ein deutscher Polizeiausweis hilft dann auch bei so unerheblichen Kleinigkeiten weiter.

Auf dem Pamir Highway

Dann ein Zeltplatz am Fluss. Gut zum Fuss kühlen, aber auf 2.400m hat man nicht mehr den Wärmeeffekt, wenn die Sonne untergeht. Für einen schönen Platz muss man halt leiden.

Zelten auf 2400m

Tadschikistan 5. Tag

Frisch, vor allem frisch aufgepackelt, lassen wir die Motoren an, Pässe warten auf uns.

Frisch ans Werk

Kühler wie die Tage vorher, aber durch eine wunderschoene Berglandschaft klettern wir höher und höher.

Und immer höher...

...und höher

Geschafft, der erste 4.000er, Koitezek Pass, 4.271m. Für Hermann nebenbei auch sein 10.000ster Tourkilometer. Aber 4 Grad und aufkommender Wind treiben uns weiter.
Ist schon hart, vor zwei Tagen kämpften wir uns noch bei 30 Grad durch die Hitze, und jetzt geht das Thermometer an die Frostgrenze.

Der erste 4000er

Eine kleine Extrarunde legen wir noch ein, da wir gut vorankommen und Zeit haben. Einen Abstecher an den Yashilkul-See haben wir ein wenig unterschätzt. Zwar nur 50km Umweg, aber immer wieder durch Schlammfelder.
Wieder gibt’s Probleme mit dem verletzten rechten Fuss. Ein ums andere Mal muss Brummi die BMW durch den Schlamm steuern.

Abstecher

Auf einer Hochebene, sie verdient diese Bezeichnung, schlagen wir unser Lager auf knapp unter 4.000m auf. Zelt aufstellen wird in dieser Höhe fast schon zum Leistungssport.
Dreimal ums Motorrad herum, abpacken, durchschnaufen. Zeltplane ausbreiten, durchschnaufen. Zelt einräumen, durchschnaufen. ThermaRest aufblasen, viel durchschnaufen.
Schnell noch essen, Sonnen geht unter, es wird kalt. So geht man frühzeitig um 8 Uhr abends zur Ruhe, ruhig durchschnaufen.

Und mitten in der Nacht fängts dann auch noch zum schneien an, das kann ja heiter werden.

Hochebene

Tadschikistan 6.Tag

Wiederum die Morgensonne und ganz leichter Wind lassen unsere Nomadenbehausungen schnell abtrocknen, macht Laune. Einzig der Fuss, der berühmte rechte, bereitet uns Sorgen.
Aber mitten in den Bergen aufhören ist nicht möglich. Also weiter.
Neizatash-Pass, 4.137m, praktisch ein Klacks.

Neizatash-Pass

In Murghab kaufen wir im Basar Verpflegung für die Nacht ein, vor allem Wasser ist angesagt.

Basar in Murghab

Akbaital-Pass, unser höchster Punkt der Reise, 4.655m, und die Überquerung bei dichtem Schneetreiben, Schotterpiste schmierig, man kommt kaum voran.
Und einer der schönsten Momente ist dann, die dunklen Wolken im Rückspiegel zu sehen.

Akbaital-Pass

Gegen Abend erreichen wir den Karakul-See – was für ein Ausblick. Auch hier übernachten wir auf über 4.000m. Wieder kalt, aber bei so einem Panorama mit Bergen jenseits der 6.000m um dich herum, das wärmt schon auch von innen.
Das Thema Fuss kommt wieder auf, da nicht mal mehr die Kälte die Schwellung wegnimmt.
Wir setzen uns zusammen und kommen überein, am nächsten Tag durchzufahren und in Osch, in Kirgistan, einen Arzt oder Krankenhaus aufzusuchen.
Über eine Kontaktadresse ordern wir ein Hotel für die nächsten drei Nächte. Eine Dusche täte uns sicher auch gut.

Am Karakul-See