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Archiv für die Kategorie „China“

11.10.13 China! aber auf der letzten Rille

In der Nacht hat es geregnet und wir packen noch bei Dunkelheit zusammen.

Es gibt schon lange keine Wegweiser mehr und das GPS im Handy von Joe funkioniert auch nicht mehr genau. Nur mit Muehe verfahren wir uns nicht und sind schliesslich in der Auffahrt zum letzten Pass vor dem Pass Torugard, der Grenze. Die Berge sind frisch verschneit, ob wir da ueberhaupt rueber kommen? Ploetzlich macht die BMW keinen Mucks mehr, der Schalter spinnt komplett.

Wir packen alles ab und schmieren mit dem Kontaktspray so gut es geht und sie laeuft,a ber wieder fast eine Stunde vergangen.

Die naechsten Stunden sind einfach nur ein Drama. Immer wieder setzt die BMW aus und wir schmieren und schmieren. Gegen13 Uhr passieren wir den kirgisischen Grenzposten. Jetzt sind es noch 45 km und was fuer eine beschissene Strecke, ob der Guide, ohne den wir sowieso nicht rein kommen, noch da ist.

Dann 30 km vor der Grenze macht die BMW endgueltig keine Mucks mehr. Wir beschliessen, dass Joe versucht, den Schalter abzutrenne, wir wissen nicht, ob die dann ueberhaupt wieder laeuft und ich fahre derweil zur Grenze, um dem Guide zu sagen, dass wir doch noch kommen und er warten soll.

Gegen 15 Uhr erreiche ich die Grenze, aber es ist kein Guide da und natuerlich spricht keiner Englisch. Ich versuche ihnen klar zu machen, dass ich meinen Freund noch hole und wieder komme. Ich brettere zurueck und nach 15 km treffen wir uns. Joe hat den Schalter ausbauen koennen, ihn gesaeubert und jetzt laeuft das Ding endlich wieder.

Gegen 16 Uhr erreichen wir beide die Grenze. Es ist nicht zu fassen, der Grenzer will uns nicht rein lassen, wir sind zu spaet und morgen hat die Grenze eh schon dicht, dies ist der letzte Tag. Ich flehe und bettle fast auf Knien, schliesslich geht der Schlagbaum hoch – wir sind in CHINA.

Wir bekommen unseren Stempel und als wir weiterfahren wollen, der Guide muss anscheinen weiter hinten warten, bemerke ich, dass ich hinten ein Loch gefahren habe.

Ich habe nun geschaetzte 250.000 Motorradkm auf dem Buckel und hatte nie ein Loch. Was ist das nur los, das kann es doch alles nicht geben.

Zusammen mit 4 LKW-Fahren, wechseln wir den Schlauch. Joe ist inzwischen weiter gefahren und als er zurueck kommt, teilt er mit, dass der Guide in 7 km am Grenztor wartet. Gegen 18 Uhr erreiche auch ich das Grenztor.

Zwei Motorradfahrer aus Belgien und zwei Rucksacktouristinen aus Irland haben ueber 6 Std auf uns warten muessen.

Der Guide teilt mit, dass wir jetzt 100 km bis zur Imigrationsstation fahren muessen, wo alles genau gecheckt wird.

Wir fahren mit den Motorraedern vor und nach 20 km bleibe ich stehen, denn der Reifen hinten ist wieder platt. Wenn hier ein Abgrund gewesen waere, ich haette sie ziemlich sicher hinunter gefeuert. Einer meiner Wahlsprueche lautet: Irgendwie geht es immer weiter, aber in diesem Moment war ich noch nie so nahe am Boden wie nun meine Hinterradfelge.

Der Bus holt uns ein, in dem Guide mit den Irlaenderinnen sitzt und alle sind vollkommen entsetzt. Dann lassen wir sie halt hier stehen und holen sie morgen, sagen wir. Geht nicht, morgen ist Feiertag und keiner darf in diese Zone rein.

Ich machs kurz und glauben wirds eh nur, wer ein Bild davon sieht. Die Queen kommt mit dem Hinterrad voran in die kleine Seitentuere des Minibusses, wird festgezurrt und mit heraushaengendem Vorderreifen erreiche wir schliesslich absolut fertig gegen 01 Uhr unser Hotel.

12.10.13 Neue Problem in Kashgar

Wir kuemmern uns zuerst um die Bikes. Die Queen bekommt eine staerkere Batterie und hinten drauf irgend einen abgefu…. chinsesischen Rennstrassenreifen – geschieht ihr recht.

Der Koffertraeger der BMW ist zweimal gebrochen und wir geschweisst.

Nachmittags treffen wir uns erstmals mit dem Rest unserer Reisegruppe, die in einem anderen Hotel untergebracht sind. Und es gibt keine guten Nachrichten.

Eigenlich sollten wir morgen Kashgar verlassen, aber angeblich sind die Genehmigungen noch nicht fertig. Wir muessen noch zwei Tage laenger hier bleiben.  Dann ist unser Rueckflug auch weg.

Es wird viel telefoniert und schliesslich heisst es, ein Tag laenger, also soll es am Montag Richtung Tibet los gehen.

13.10.13 Endlich ein wenig Ruhe

Dies ist der Erste Tag seit unserer Abreise aus Osch, an dem wir endlich mal ein wenig durchschnaufen koennen. Seither liefen wir eigentlich nur im roten Bereich und mental wahrscheinlich auch weit darueber.

Aber man sieht es, alte Bayernliga-Judokaempfer der DJK Eichstaett wirft so leicht nichts um. Gut Wurf!!!!

Anschliessend jetzt gegen 18 Uhr treffen wir uns wieder mit unserer Gruppe und dann muesste es eigentlich morgen los gehen, wenn nicht …

Wahrscheinlich kann ich mich erst wieder aus in knapp 10 Tagen aus Lhasa melden.

Bis dahin an alle viele Gruesse

Joe und Brummi

14.10.13 Wir streifen die Taklamkan

Einen Tag spaeter als geplant geht es um 11.00 Uhr endlich los. Wir verlassen die Kashgar und fahren im Konvoi, 3 Pkw und unsere beiden Motorraeder immer am Rande der Taklamkan Wueste entlang in Richtung Sueden. In Yecheng beginnt der Xinjiang-Tibet-Highway, die Nationalstrasse 219, die uns ueber 2342 km bis Latse fuehren wird. Dort trifft sie auf den Friendship-Highway, der von Lhasa nach Nepal fuehrt. Es gilt mehrere ueber 5000 m hohe Paesse zu ueberwinden und die 219 fuehrt direkt am heiligen Berg Kailash vorbei.

Obwohl die Sonne wegen dem Staub der Taklamakan den ganzen Tag nicht durchkommt, ist es nicht kalt und wir kommen abends im Hotel in Yecheng an.

15.10.13 Die ersten Berge des Karakorum

Nach einer ruhigen Nacht im Hotel, die letzte unter 1000 m, brechen wir um 10.00 Uhr auf. Wieder laesst sich die Sonne vor lauter Staub kaum sehen. Schliesslich tauchen schemenhaft die ersten Berge auf. Wir erreichen den Karakorum, der sich westlich an den Himalaya anschliesst.

Der erste Pass fuehrt uns ueber 3600 m und die Luft wird schnell klarer. Wir haben uns warm angezogen, was auch noetig ist, denn es wird hier oben schnell kaelter.

Erstmals auf dem 2. Teil der Reise laufen die Bikes ohne Probleme und das ist auch wirklich gut so.

Nachmittags klettern wir dann auf 4900 m Hoehe, irgendwo dahinten muss der 8600er Riese K2 sein, aber wir koennen ihn nicht genau ausmachen. Nachlager ist Mazar geplant, was eigentlich recht gross auf der Karte eingezeichnet ist. Doch wir sind ueberrascht, wenn nicht sogar entsetzt, nur ein paar Huetten. Wir tanken zu einem horrenten Preis aus einem Fass und werden schon wieder gehoerig geleimt, denn vorher war ein ganz anderer Preis ausgemacht. Dann aber in die warme „Teestube“, wo in der Mitte ein Ofen vor sich hinbollert, geheizt mit Yakdung. Alles lebt hier in einem Raum. Hinten stehen ein paar Betten, das soll unser Nachtlager werden, vorne droehnt der Fernseher.

Lieber nicht, ich beschliesse das Zelt draussen aufzubauen, die anderen schlafen in ihren Wagen, nur Joe zieht das warme Lager vor. Die erste Nacht auf 3700 m, ich schafe fast gar nicht, ist mir aber letztes Jahr im Pamir auch schon so gegangen.