Nepalhilfe Beilngries

Aktueller Spendeneingang:
12329 €

Spenden für Bolivien

Aktueller Spendeneingang: 3518 €

Die nächsten Veranstaltungen

17.11. Schottland (Erik Peters)

18.11. Transafrika (Lena Klemm & Tobias Seiderer)

Besucherzähler:
  • 87761Besucher gesamt:
  • 52Besucher heute:
  • 49Besucher gestern:
  • 1Besucher momentan online:
  • 29. Januar 2012gezählt ab:

1974 Mit dem Mofa ins ehemalige Jugoslawien

Teilnehmer: Horst Bacherle, Karl Seitz, Rudolf Pfuhler(†), Peter Schuster

Datum: 1974

Km: ca. 1800

 

„Unternehmen wir was zusammen in den Ferien?“

Wer diese Frage 1974 als Erster gestellt hat, kann heute nicht mehr so genau nachvollzogen  werden, aber so oder ähnlich dürfte damals das Unternehmen „Mit dem Mofa nach Yugoslawien“ geboren worden sein.

Das waren damals wilde Zeiten im Altmühltal. Wir waren ständig mit unseren Mühlen unterwegs  –  rund um Eichstätt. Horst Bacherle hatte ein blaues Hercules-Zweigangmofa, Karl Seitz war stolzer Besitzer einer orangen Hercules K 50 und ich hatte vom Bruder meines Opas ein schier unverwüstliches Zündapp-Zweigangmofa günstig erworben. Nur Loopy (Rudolf Pfuhler) war ohne fahrbaren Untersatz – der musste halt bei Karl auf die K50 hinten drauf.

Als damals gerade mal 16jähriger organisierte ich noch schnell eine unterschriebene, handgeschriebene Erlaubnis von meinem Vater  („Ich erlaube meinem Sohn Peter mit dem Mofa nach Jugoslawien zu fahren; gez.“) und schon gings los. Abfahrt war an einem Sonntag Abend um 24.00 Uhr auf dem Domplatz in Eichstätt unter dem großen Hallo vom Rest der ganzen, natürlich um diese Zeit wieder einmal vollkommen nüchternen  Clique, die uns sowieso für verrückt erklärte.

Wir fuhren den ganzen ersten Tag durch und waren bis Einbruch der Dämmerung bis hinter den Felberntauerntunnel in Österreich gekommen, wo wir  in einem Heustadel übernachteten. Mit konstant 27 km/h kämpften wir uns auch am nächsten Tag, nicht gerade schnell, aber stetig voran. Unsere Mofas waren nicht auffrisiert. Dafür hielten sie aber auch einiges aus und der „Blumenberg“ in Eichstätt mit seinen über 21% Steigung war im ersten Gang kein Problem für uns. Gegen 21 Uhr am Ende des zweiten Tages erreichten wir Triest und suchten uns eine Kneippe. Schnell wurde es Mitternacht und trotz aller Müdigkeit haben wir uns fürs Weiterfahren entschieden. So kamen wir gegen 06.00 Uhr früh nach einem kleinen, ungewollten Umweg über eine Autobahn in Novigrad, unserem Ziel auf Istrien, an.

Auf einem Campingplatz am Meer schlugen wir die Zelte auf und hatten vor, hier die nächsten drei Wochen zu verbringen. Aber was tun den ganzen Tag? Es zeigte sich schon damals, Strandurlaub war und ist immer noch nicht unsere Sache. Es wurde uns immer langweiliger und nach 1 1/2 Wochen beschlossen wir, wieder aufzubrechen.

Unser Weg führte uns nun an der Adria entlang über Grado und Venedig zurück bis zum Gardasee.

Danach gings auf dem weiteren Heimweg quer durch die Alpen. Wir entdeckten unseren Spaß am Pässefahren. Rauf mit 15- 20 Sachen, oben Motor aus und voll beladen „mit Vollgas“ runter – wie gesagt, wilde Zeiten. Nach dem damals noch nicht asphaltierten Gavia folgten das Stilfser- und das Timmelsjoch.  Auf dem Timmelsjoch gibt es eine ganz markante Stelle, die sicher jeder kennt, der schon einmal darüber gefahren ist. Sie befindet sich auf der österreichischen Seite kurz vor der Mautstation. Wir kamen von Italien her und plötzlich geht es auf einer ewig langen, richtig steilen Geraden in eine Senke mit einer ebenso geraden Gegensteigung. Karl nahm aus der K50 den 5. Gang heraus, er bremste, und Horst und ich folgten ihm auf unseren „Maschinen“ liegend mit knapp 100 Sachen knapp dahinter – eine Schau!

Den Abschluss fand die grandiose Reise auf einem Zeltplatz am Ammersee. Das Problem war nur, dass wir ihn, nach einem Besuch im Kloster Andechs nach ungefähr 4 Maß Bockbier auf der Rückfahrt mit den Mofas fast nicht mehr gefunden hätten. Loopy und Karl saßen übrigens bei Horst und mir auf den Mofas hinten droben, denn mit der K 50 durfte man ja schon damals nicht unter Strom fahren. Aber einen Mofafahrer anhalten und auf Alkohol kontrollieren, darauf wäre damals kein Polizist gekommen. Man brauchte ja keinen Führerschein dafür – was für goldene Zeiten!

Nach dieser ersten Reise war ich infiziert – von da ab hatte ich den Alpenstraßenvirus im Blut, gegen den ich bis heute noch kein Gegenmittel gefunden habe.

 

Brummi

Kommentieren

*