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Der Norden Rumäniens

Bei 11 Grad Wärme zieht es uns gleich wieder auf die Strasse. Schnell unterwegs noch einen Kaffee und ab in den Süd…Norden, richtigen Norden. die Sonnen scheint, bald sind wir auch wieder bei einer guten Fahrtemperatur von 24 Grad angelangt. Einfach nur schön.
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Etliche Passueberquerungen erfreuen unser Bikerherz, nicht aber die Federungen unserer Krads. Kurven fahren macht ja bekanntlich Spaß, aber wenn man konzentriert einem ganzen Netz an zusammenhängenden Schlaglöchern kilometerweit ausweichen muss, geht das auch schon mal enorm auf das Material, dann kracht es mal wieder ganz laut an der Federung, das Hinterteil schlägt hart auf den Sitz. Doch nach zwei, drei Stunden Dauertest ist es dann geschafft, die Strassen werde besser und besser, je weiter östlich wir kommen.
Hier in diesem Landesteil fühlt man sich in der Zeit weit zurückversetzt. Oder man vermutet, das aus irgendeinem Eck jemand „Cut“ ruft und der Regisseur mit seinem Filmteam Mittag macht.
Nicht nur die zahlreichen Kirchen und Klöster in Holzbauweise, sondern vor allem die Menschen mit ihren Pferdekarren vermitteln den Eindruck, man befindet sich Jahrzehnte von unserer Zeit entfernt. Lustig sind dabei die meist selbstgemalten, wie sagt man dazu, KFZ- Zeichen? PW(Pferdewagen)-Zeichen?. Meist sieht man große, kräftige Tiere, die auch heute noch vor den Pflug gespannt werden. Stress und Hektik scheint die Bevölkerung nicht zu kennen.
Da sieht man zum Beispiel auch mal annähernd zwanzig Menschen an einem Haus bauen, wobei zwei an einer alten Betonmischmaschine ihren Job verrichten. Einer schaufelt Sand und Zement in die Trommel und der Kollege dreht per Handkurbel die Maschine.
Übrigens, die Rumänen sind ein freundliches Voelkchen. Stehen am Strassenrand, winken, zeigen mit den Daumen nach oben und die Kinder geben Zeichen zum Gasgeben.
Gasgeben, Stichwort. Wir fahren auf den Wegen durch die Ortschaften ja gerne mal so an die 70 km/h, werden trotzdem regelmäßig von Ortansässigen gnadenlos verdarbt. Wie gesagt, Ortschaften.
Auch die nach uraltem Brauchtum meist selbstgeschnitzten Zäune und Tore fallen immer wieder auf.
Und natürlich die Kirchen, freilich aus Holz, mit 40, 50 Meter hohen Türmen stechen ins Auge.
Kulturell haben wir uns zur Besichtigung von zwei Kloestern entschieden.
Das erste ist das Manistirea Moldavita, 1402 erstmals erwähnt, dann kaputt gemacht, die Türken waren’s, und im 16. Jahrhundert wieder aufgebaut. Die vielen innen und aussen aufgemalten Fresken verleihen dem Moldauischen Baustil ein eigenes Gesicht.
Auch das nächste Kloster reiht sich in die Moldaukultur ein. Die Klosteranlage in Sucevita. 44 Kirchen und Klosteranlagen haben Stefan Cel. Mare, freilich der Grosse, und seine fürstlichen Nachfolger gebaut – für jeden Sieg über die Türken eine. Sie mögen sich wohl nicht besonders, die Rumänen und die Türken.

Klosteranlage Sucevita

Als wir die Wehr verlassen, ziehen über den Bergen ganz dunkle Wolken auf. Wir entscheiden uns, auf Anraten eines freundlichen Ureinwohners, die Nacht in einem Kloster in der Nähe zu verbringen – wohl getan. Als wir nach gut 25 km Putna erreichen, blitzt und donnert es und giesst in Strömen. Sehr gute Entscheidung.
Duschen müssen wir zwar kalt, aber über zwei Stunden später regnet’s halt immer noch und wer schon mal ein Zelt im Regen aufgebaut hat, weiss ein trockenes Plätzchen zu würdigen.
So begeben wir uns dann halt zur Ruh‘.

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