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Bericht im Eichstätter Kurier (03.01.14)

Eichstätter Kurier vom 03.01.2014

Odyssee aufs Dach der Welt

Schernfeld (EK) Längst ist Peter Schuster nun wieder zurück in Schernfeld. Und noch immer kann er manchmal nicht ganz fassen, was er da erlebt hat – und dass er sein großes Ziel erreichen konnte.

Er ist mit dem Motorrad bis auf „Dach der Welt“, zum Mount Everest im Himalajagebirge, gefahren. Es war ein modernes Abenteuer, manchmal eine Odyssee, die ihn nicht nur aufs Dach der Welt, sondern phasenweise auch an seine Grenzen geführt hat. Am Ende aber bleiben nicht nur Tausende von Fotos und unvergessliche Erinnerungen, sondern auch die Ehrfurcht vor jenem „magischen“ Berg, dem Mount Everest.

Im Jahr zuvor war Peter Schuster zusammen mit dem Eichstätter Josef „Peppi“ Adametz per Motorrad von Eichstätt bis Kirgistan gekommen – ein Unfall, bei dem sich Adametz verletzte, und Probleme mit den chinesischen Behörden, die die Grenze kurzerhand geschlossen hatten, machte der Reise damals ein vorzeitiges Ende. Die Motorräder wurden in der kirgisischen Stadt Osch bei einer Schweizer Firma eingelagert, bereit für eine Fortsetzung des Abenteuers. Nun flog Schuster gemeinsam mit Josef Meier als neuem Partner mit dem Flugzeug am 2. Oktober nach Kirgistan, um die „Tour seines Lebens“ zu vollenden. Meier, ein alter Jugendfreund von Schuster, hatte sich inzwischen dasselbe Motorrad gekauft wie Adametz, um keine Probleme mit der Umgewöhnung zu haben. Bis Osch waren Schuster und sein ursprünglicher Reisegefährte Adametz von Eichstätt aus gekommen, hatten rund 16 000 Kilometer zurückgelegt und 14 Länder durchquert, hatten die malerischen Städte der sagenumwobenen Seidenstraße bestaunt. Schon damals war der Mount Everest das Ziel.

Aber wieder war das große Ziel bereits nach den ersten Tagen gefährdet. Die Motorräder hatten technische Probleme – eine unglaubliche Pechsträhne –, mussten repariert werden, und so war gleich am Anfang zu viel Zeit vergangen, um noch rechtzeitig den Treffpunkt mit den obligatorischen chinesischen Reisebegleitern zu erreichen, um die Reise in China überhaupt fortsetzen zu können. Nach E-Mail-Kontakt mit dem chinesischen Kontaktmann begann eine Ochsentour für die beiden. Bis spät nachts und teilweise bei Regen und später im Schnee mussten sie die beschwerlichen Strecken über Pässe auf bis zu 4000 Meter hin zur chinesischen Grenze bewältigen. Nach der Überquerung der kirgisischen Grenze im Niemandsland von 60 Kilometern hin zur chinesischen Grenze dann die nächste Panne: Schuster fuhr einen Nagel in den Reifen. „Ich bin bereits rund 250 000 Kilometer mit dem Motorrad gefahren. Das war das erste Mal, dass mir das passiert ist“, erzählt der Schernfelder. Meier fuhr allein weiter, traf sich mit dem chinesischen Führer, bis Schuster schließlich mit Unterstützung durch Fernfahrer den Reifen geflickt hatte und nachkommen konnte. An der Grenze ging die Motorradreise in Begleitung eines Transporters mit anderen Touristen endlich weiter – unter einfachsten Bedingungen in der dünnen Höhenluft.

Entlang der Taklamakan-Wüste führte der Weg in den Karakorum, das majestätische Gebirgsmassiv, zu dem auch der K2, der zweithöchste Berg der Erde, gehört. Geschlafen wurde in „Guest Houses“, einfachste Unterkünften, die man sich mit den Gastgebern teilte. Im Gemeinschaftsraum gab es einen Ofen, der mit Yak-Dung beheizt wurde – Holz ist rar. Geschlafen wurde in einem unbeheizten Nebenraum. Die Kälte machte den Motorradfahrern zu schaffen. Beim Aufbruch morgens um 5 Uhr früh bei minus acht Grad gestartet, wurde es immer noch kälter: Denn die Route Richtung Tibet führte immer weiter hinauf auf bis zu 5200 Meter bei dann minus 18 Grad. „Wir waren gut vorbereitet. Aber diese Kälte war auf Dauer doch viel schlimmer, als ich mir das vorgestellt hatte“, erzählt Schuster. „Dazu kamen die Höhe, die Pannen, der Schlafmangel. Das hat schon sehr geschlaucht.“

Doch die letzten Tage der Reise entlohnten für die Strapazen: zunächst die tibetische Hauptstadt Lhasa mit dem beeindruckenden Potala-Palast. Alte Klöster und Gebetsmühlen entführten die Reisenden aus dem fernen Deutschland in eine andere Welt. Dann ging es auf dem Friendship-Highway in Richtung Nepal und Himalaja, zum Kloster Rongbuk, dem höchstgelegenen Kloster der Welt in 5200 Metern Höhe, das nur gut sieben Kilometer vom Basislager des Mount Everest entfernt liegt. „Wir hatten Sonnenschein und Traumwetter. Der Blick war atemberaubend. Mehrere Achttausender nebeneinander und in der Mitte der Mount Everest, der alles überragt. Er sticht einfach heraus“, erzählt Peter Schuster. „Wenn du ihn siehst, weißt du: Das ist er. Er ist schon von der Weite beeindruckend, aber aus nur acht Kilometern Entfernung erst – da bekommt man wirklich eine Gänsehaut“. Der Berg faszinierte den leidenschaftlichen Motorradfahrer so sehr, dass er auch von Kathmandu, der letzten Station der Reise, noch einmal dorthin zurückkehrte: Mit einem Propellerflugzeug machte er einen Rundflug zum Everest, bevor es Anfang November wieder ins Altmühltal ging. Damit ging nicht nur eine gut einmonatige strapaziöse Tour auf zwei Rädern zu Ende, sondern auch ein lange gehegter Traum in Erfüllung.

Von Stephan Zengerle

 

 

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