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31.10.13 Das totale Chaos und ein wilder Ritt

Um 10.30 haben wir gepackt und naeheren uns dem chinesischen Zoll. Wir muessen 2 Stunden warten, bis der Guide alle Papiere in Ordnung hat. Dann arbeiten wir uns die enge Gebirgsstrasse langsam tiefer, was gar nicht so leicht ist. Hier parken immer wieder Kolonnen von Lkws, die alle auf ihre Abfertigung warten. So gibt es nur eine Fahrspur und bei Gegenverkehr bricht das Chaos los. Schliesslich erreichen wir den letzten Kontrollposten der Chinesen, an dem sie einfach nur noch mal ihre Muskeln spielen lassen. Einfach nur lachhaft, wie wir hier schikaniert werden. Wir sollen unser Gepaeck durchleuchten lassen. Sollen wir alles abladen, fragen wir, und was ist mit den Autos. Schliesslich muss jeder ein Gepaeckstueck mitnehmen, das durchleuchtet wird und das genuegt. Ueberblick haben die Chinesen keinen. Sie schreien sich gegenseitig an und keiner kennt sich aus, was eigentlich mit uns sonst noch alles Geschehen soll.

Schliesslich ist auch die letzte Kontrolle vorbei und wir wollen ueber die Grenzbrueck fahren, auf der anderen Seite ist Nepal. Geht nicht, sagen die Chinesen, wir sollen schieben. Mir reichts langsam komplett, ob sie eine Ahnung haben was die Queen wiegt und sie koennen mich mal kreuzweise, rufe ich ihnen zu. Aber es hilft nichts. Ich muehe mich ab und in der Mitte der Bruecke ist ein roter Strich, die Grenze, an dem der letzte Chinese Wache haelt.

Ich ueberquere den Strich, lasse demonstrativ die Queen an, gebe ordenlich Gas und verkneife mir den Stinkefinger. Diese Leute meinen wirklich, sie sind die Herrscher der Welt, die Herrscher der armen Tibeter sind sie ja schon, leider.

Wir denken, wir habens geschafft, doch weit gefehlt. In Nepal herrscht das absolut kompletteste Chaos, das ich je an einer Grenze gesehen habe. Alles ist voll Lkws zugestellt, ueberall Leute mit riesigen Packtaschen. Nur mit grosser Muehe kaempfen wir uns durch.

Es waere ein leichtes gewesen, hier ohne irgend eine Kontrolle durchzukommen. Doch wir muessen unser Carnet abstempeln lassen und brauchen auch ein Visum im Pass fuer die Ausreise. Chaos, Chaos, Chaos.

Nach wiederum fast 2 Stunden haben wir alles. Es gibt keinen Computer, alles wird in irgendwelchen ausgefransten Listen eingetragen.

Endlich sitzen wir im Sattel und wieder ist die ganze Strasse von Lkws zugeparkt. Es gibt niemanden, der hier dafuer sorgt, dass wenigstens ein Minimum an Ordung herrscht. Wir hupen uns den Weg frei und als wir schliesslich den ganzen Schlamassel hinter uns haben, ist es 17 Uhr.

120 km bis zum Hotel in Kathmandu. Mit dem Auto braucht man dafuer 5 Stunden. Die Strasse ist sehr schlecht, immer wieder grober Schotter.

An der Queen geht inzwischen nur noch das Fernlicht und das Ruecklicht ist eh schon hin. In zwei Stunden wird es dunkel – wir geben ordentlich Gas.

Schon in der dritten Kurve haette es beinahe gekracht. Joe steht ploetzlich einem riesigem Jeep nur cm gegenueber.

Linksverkehr, das haette uns ab er auch einer sagen koennen.

Die letzten Kilometer der insgesamt 16000 lassen wir die Maschinen sich wenigstens einmal richtig austoben. Ich uebersehe ein Schlagloch (oder wars ein Krater), und der Schlag den die vordere Felge abbekommt, geht mir direkt ins Hirn. Hoffentlich nicht schon wieder ein Loch – weiter!

Wir erreichen Kathmandu schliesslich um 19 Uhr, als es dunkel wird, wie gesagt, ein heisser Ritt. Aber hier faehrt eh jeder, wie er will und wir passen uns einfach nur an.

In Kathmandu dann wieder nur Chaos. Alle Strassen sind voll, Stau, unglaublicher Gestank und jeder macht was er will. Hitze, fast 30 Grad, wir schwitzen wie die Schweine und es scheint, als tropft es in die Stiefel – ein herrliches Gefuehl nach ueber 14 Tage tibetische (sibierische) Kaelte.

Inzwischen bin ich wahrlich crasherprobt. In Kirgistan draengte mich ein Autofahrer mit einer alten Kiste einfach nach rechts ab, als ich nicht sofort Platz machen wollte und ich waere um ein Haar im Strassengraben gelandet.

In Lhasa war ich dann schon vorbereitet, als ein Chinese das gleiche probierte. Zuerst er, dann aber ich und mein Kanisterhalter am rechten Koffer hinterlies ein nicht zu uebersehendes Zeugnis deutscher Wiederstandskraft an dem ziemlich neuen Van. Den chinesischen Stinkefinger ertrug ich schmunzelnd.

So mussten auch in Kathmandu zwei dieser unzaehligen Kleinmotorraeder dran glauben, wobei ich dies aber wirklich nicht wollte. Doch ein Motorrad mit dieser Breite durch die Koffer kennt hier anscheinend keiner und so mussten zwei Verkleidungen halt dran glaub en. Wie gesagt, ich habs nicht drauf angelegt.

Um 20 Uhr waren wir im Hotel, ein Tag, der nicht ganz stressfrei war.

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