Seit der Südamerikareise 2016 war meine Motivation für eine weitere, längere Auslandsreise nicht besonders hoch. Trotzdem beschränkte sich mein Bewegungsradius nicht alleine auf das Altmühltal oder Deutschland, ich war weiterhin in ganz Europa, in den heißen Sommermonaten bevorzugt in Skandinavien, unterwegs.
Überraschend meldete sich im vergangenen Herbst mein österreichischer Spezl Hermann Geiger, den ich 2012 im Pamir kennen gelernt habe und der mit mir in Südamerika war, mit einem Youtube Video bei mir. Darauf fuhr ein Landsmann von Hermann mit dem Motorrad von Österreich aus an der Westküste Afrikas bis nach Kapstadt. „Das möchte ich auch machen und ich hätte dich gerne dabei,“ fühlte Hermann gleich mal vor, ÜBERRASCHUNG!
Nach der Beendigung meiner USA/Kanada Reise 2001 mit Matthias Lautenschlager, wechselte ich mein Motorrad von einer Transalp zu einer Honda Africa Twin, die aufgrund ihrer Robustheit und Unverwüstlichkeit schon immer mein Traummotorrad war. Inzwischen haben wir beide viel zusammen erlebt und auch einiges miteinander durchgemacht. Die „Queen“, wie ich sie später getauft habe, hat fast 200.000 km auf dem Tacho (genau kann ich es nicht sagen, denn sowohl in Asien wie auch in Südamerika ging die Tachowelle kaputt und es fehlen dadurch ungefähr 15.000 km auf dem Zähler) und bekam im Winter, aufgrund eines plötzlich stark gestiegenen Ölverbrauchs, neue Kolben spendiert.
Aber irgendwo hatte ich schon immer im Hinterstübchen den Gedanken, wenn die Queen schon Afrika im Namen hat, muss sie doch auch mal dort hin? Und so kam der Anruf von Hermann eigentlich fast wie gerufen. COMING HOME!
Nach einem längeren Studium der westlichen Reiseroute verständigten wir uns darauf, diesen Plan aufzugeben. Zu viele Länder mit Reisewarnungen und wahrscheinlich nicht viel Abwechslung in der Landschaft. Schließlich einigten wir uns auf Kapstadt/Südafrika als Start und Ziel der Reise. Um dem südafrikanischen Winter nicht zu lange ausgeliefert zu sein, soll es so schnell wie möglich ins wärmere Namibia gehen. Über Botswana, Sambia und Tansania ist Kenia unser nördlichstes Ziel, coast to coast, vom Atlantik zum Indischen Ozean. Zurück soll es über Malawi und Simbabwe wieder ins bis dahin hoffentlich wärmere Südafrika gehen, wo die Reise langsam ausklingen soll.
Mit Lenz Gutscher ist ein weiterer Österreicher auf unseren Reisezug aufgesprungen und so brachte wir im Juni zu dritt die Motorräder zum Hafen nach Rotterdam. Demnächst werden sie in einem Container mit dem Schiff hoffentlich unversehrt in Kapstadt ankommen und am 4. August werden wir von Wien aus hinterher fliegen. Auf dem Reiseplan stehen c. 17.000 km, dafür haben wir ca. 3 Monate Reisezeit eingeplant haben, das Rückflugdatum ist offen. „Wir brauchen so lange, bis wir fertig sind,“ meint Hermann
Eine größere Reiseberichterstattung wie in Asien und Südamerika habe ich dieses Mal nicht geplant. Für einen kleinen Zwischenbericht auf der Homepage dürfte es bei WLAN-Zugang jedoch immer reichen.

Die Queen steht reisefertig im Hof. Der 4-jährige Enkelsohn Fabian ist anscheinend wenig erfreut, dass er nicht mit darf.

Auf dem Hänger wurde es eng, doch schließlich klappte der Transport zum Hafen nach Rotterdam problemlos.

Gestriegelt und geschniegelt im Hafen Rotterdam.
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