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Der Norden

Es ging weiter Richtung Norden und die Temperaturen sanken ständig.

Am 5. Mai erreichten wir den Yellowstone Nationalpark, der zu dieser frühen Jahreszeit noch fast menschenleer war. Im Sommer geht das hier ganz anders zu. Zum ersten Mal in unserem Leben sahen wir freilebende Büffel – ein unwahrscheinlich erhabenes, stolzes Bild. Aber wir mussten uns vor ihnen auch in Acht nehmen. Sie grasten oft direkt neben der Straße und offensichtlich waren sie den Sound unserer Bikes überhaupt nicht gewohnt. Immer wieder schreckten sie auf und liefen vor uns über die Straße.

Die Temperaturen stiegen kaum noch über O Grad und es ging immer weiter Richtung Norden. So wie wir hatten sich wohl früher auch die Trapper zum Jagen nach dem langen, harten Winter wieder auf den Weg Richtung Kanada gemacht. Wir erreichten Kanada und verbrachten ein paar eisige Tage in der Olympiastadt Calgary. Die Rocky Mountains waren in knapp 100 km Entfernung schon in Sichtweite, aber das Wetter spielte nicht mit. Da wir diesen weitern Höhepunkt der Reise, die Durchquerung der Rockys, aber bei Sonne richtig genießen wollten, hielten wir still und warteten. Zwei Tage später war dann Kaiserwetter, das Warten hatte sich gelohnt. Wir durchquerten eine noch tief verschneite Wintermärchenlandschaft. Ein 4000er reihte sich an den nächsten, ein wahrlich majestätischer Anblick. Das Postkartenmotiv des im Sommer türkisblauen Lake Louis blieb uns leider verwehrt, er war noch vollständig zugefroren. Abends hatten wir die Rockys hinter uns gelassen und fanden einen einsamen Campground, der soeben erst geöffnet hatte und auf dem wir die ersten und einzigen Gäste waren. Die Besitzer begrüßten uns herzlich, versetzten uns dann aber doch etwas in Unruhe: „ Passt ein bisschen auf, denn in den letzten Tagen kam hier immer wieder eine Bärin mit ihren beiden Jungen vorbei. Wollt ihr nicht doch lieber hier im Hotel als im Zelt schlafen?“ Als wir die Preise hörten, entschieden wir uns aber, mutig zu sein und bauten die Zelte auf. Wir verbrachten einen unvergesslichen Abend. Das durch das Zelten gesparte  Reisebudget investierten wir in ein richtiges Festmahl im Restaurant mit zwei Liter schweren, kanadischen Rotwein. Nach dem hervorragenden Mahl saßen wir noch stundenlang am Lagerfeuer vor unseren Zelten beim Bier. Eine Traumkulisse: Vollmond, unmittelbar neben uns ein glasklarer Gebirgsbach, ringsum dunkle Wälder und im Hintergrund tiefverschneite Berge – Kanada wie man es sich erträumt. Am anderen Morgen fragte mich ein leicht verkaterter Matthias, der etwas früher als ich zu Bett ging: „Und, ist der Bär noch gekommen?“

Wir wechselten die Himmelsrichtung und es ging wieder nach Süden. Auf der No. 1, einer der Traumstraßen der USA, fuhren wir an der rauen Pazifikküste entlang über San Francisco nach LA. Hier erlebte ich dann die schlimmste Nacht der gesamten Reise. Nach den zahllosen Zeltübernachtungen im Freien waren wir in einem völlig überhitzen Zimmer im gefühlten 100sten Stockwerk eines Hotels gelandet. Zur Hitze kam noch ein beißender Desinfektionsgeruch, das schlimmste aber war, man konnte nicht mal das Fenster öffnen….. ich fühlte mich wie eingesperrt. Schweißgebadet lag ich im Bett, konnte nicht einschlafen  und lauschte dem Scheppern der Klimaanlage, die wahrscheinlich nicht viel jünger war als ich. Aber nach ungefähr ½ Flasche Whisky war das Problem gelöst und ich war im Reich der Träume oder bewusstlos, wer weiß das schon genau. Manchmal ist Alkohol halt doch eine Lösung – an den darauffolgenden Morgen denken wir mal lieber nicht zurück.

Das Einschiffen der Bikes erfolgte problemlos und bevor wir im Flieger nach Anchorage saßen, besuchten wir noch den Magic Mountain Vergnügungspark. Ein Park voll mit Achterbahnen, aber was für welche! Diese Amis, der absolute Wahnsinn!

In Anchorage angekommen nahmen wir uns einen Mietwagen und verbrachten 3 herrliche Tage im Gebiet um den Denali, den Mount MacKinley, einen „der“ Berge dieser Erde. In sämtlichen Reiseberichten war zu zu lesen, dass man großes Glück haben muss, um den Berg überhaupt ohne Nebel oder Wolken zu sehen – wir hatten Glück. Bei unserer Ankunft noch Wolkenverhangen, präsentierte er sich uns später majestätisch in der Abend- und dann auch noch am folgenden Tag in der Morgensonne. Die Reise hätte keinen besseren Abschluss finden können.

 

Brummi

 

(Die Bilder wurden von Dias eingescannt – bitte die Qualität entschuldigen)

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