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Der Norden

Nach der Abreise aus San Diego verbrachten wir die erste Nacht im Joshua Tree Nat. Park. Bevor wir Las Vegas erreichten, schlugen wir unser Lager im Talgrund des  Death Valley auf und erlebten am Zabriskie Point einen wunderschönen Sonnenuntergang. Ebenso unvergessen bleibt unser erste Blick auf Las Vergas. Fast gelangweilt kutschierten wir durch die eintönige Wüste und plötzlich taucht mitten in dieser Einöde wie aus dem Nichts dieses Monstrum von Stadt auf. Wir verbrachten zwei Nächte in der Stadt des Spiels und selbstverständlich riskierten auch wir einen Dollar an einem der unzähligen „Einarmigen Banditen.“ Eine Attraktion jedoch stellte alle anderen in den Schatten: der „Big Shot“ auf dem über 300 m hohen Stratosphere, dem Aussichtsturm der Stadt. Dieser Adrenalinausstoß übertraf alles bisher erlebte. Du schwebst frei sitzend in über 300 m Höhe und steigst langsam bis an die Spitze des Turms, die ganze Stadt liegt dir zu Füßen.  Und dann – dann wirst du ausgeklinkt. In diesem Augenblick denkt keiner daran, dass du ja „nur“ knapp 30 m bis zur Aussichtsplattform nach unten fällst – irre! Einfach typisch Amis! Obwohl es nicht billig war, musste ich noch einmal rauf – im Gegensatz zu Matthias, der war restlos bedient.

Hinter Las Vegas hatten wir dann die große Ehre, 150 km lang auf der alten Route 66 unterwegs sein zu dürfen. Aber der Lack ist ab – denn daneben wurde eine Schnellstraße  gebaut. Die Hotels und Tankstellen sind verlassen, verkehrstechnisch spielt die 66 überhaupt keine Rolle mehr, sie lebt einzig vom Mythos und das scheint nicht zum Überleben auszureichen.

Es folgten die großen Highlights des Westens. Grand Canyon, das gigantische Monument Valley, Anthelope Canyon, Zion Nat. Park und schließlich der Bryce Canyon, wo wir in über 2300m Höhe eine bitter kalte Nacht verbrachten.

So erreichten wir Utah und steuerten, ohne es zu ahnen, dem Höhepunkt der gesamten Reise zu, dem Canyonlands Nat. Park. Am Dead Horse Point Overlook genossen wir einen traumhaften Sonnenuntergang. Tief unter uns schlängelt sich eine staubige Straße durch eine phantastische Landschaft. Es handelte sich um die White Rim, die wir am nächsten Tag fahren werden. Der Canyonland Park gilt als Eldorado für die Off-Road-Freaks und die WHITE RIM ist zweifellos das Sahnestück davon. Es sollte der schönste Tag in unserem bisherigen Bikerleben werden.

Die White Rim ist ein 150 km langer Schotter-Rundkurs durch die Wildnis, keine Siedlung, keine Tankstellen – nichts. Um 11 Uhr waren wir startklar, die Tanks waren gefüllt bis zum Anschlag. Das Abenteuer begann mit einer waaghalsigen Abfahrt in einer senkrechten Felswand. Eine derart kühne Streckenführung hatte ich bisher selbst in den Alpen noch nicht gefunden. Bis zur Hälfte der Strecke war die Piste einfach zu befahren und  führte uns durch eine absolut grandiose Landschaft. Wir waren praktisch alleine unterwegs. Insgesamt begegneten uns nur 4 oder 5 andere Fahrzeuge. Die Strecke führte um das landzungenartige Hochplateau des Parks, auf welchem sich der Campground befand. Wie gesagt, bis zur Hälfte war alles in Ordnung, es gab fast keine größeren Schwierigkeiten. Doch dies änderte sich nun von Kilometer zu Kilometer, es wurde zusehends anspruchsvoller. Höllische Steigung wechselten mit schwierigen Sandpassagen, wo wir doch überhaupt noch keine Erfahrung im Sand gesammelt hatten. Wir erreichten unsere fahrerische Grenze, an ein Umkehren war aber nicht mehr zu denken. Der Sprit hätte nicht mehr zurück gereicht, denn die erste Tankstelle lag über 50 km außerhalb des Parks. Gemeinsam überwandten wir alle Schwierigkeiten und die unvergessliche Fahrt endete um 17.30 Uhr mit einem Aufstieg auf das Hochplateau, der ähnlich dramatisch verlief wie schon die Abfahrt.

Solltet ihr mal in die Nähe des Canyonland kommen  – lasst euch die White Rim nicht entgehen.

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