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Archiv für die Kategorie „Rumänien“

1.Mai

So kann ein Zeltplatz aussehen – und man schläft trotzdem gut

Zeltplatz Rumänien

Wieder 8:30, Ortszeit natürlich, geht die Reise Richtung Norden nach Sighetu los. In Baia Mare irren wir dann ein wenig durch die Stadt, wir sehen keinen Wegweiser mehr – wurden in der Nacht wohl geklaut.
Dann orientieren wir uns halt nach Gefühl, einfach mal nach Norden. Aus der Stadt heraus ist die Strasse entlang weiterhin besiedelt, bis sie in die Berge führt. Vorbei an einem Wasserkraftwerk, das neu gebaut erscheint, wird die Wegfuehrung immer schmäler, teilweise dann noch gepflastert, der Teerbelag wird dann auch noch löchriger bis er gar nicht mehr existent ist.
Schotter. Da freut man sich, wenn man eine GS hat.
Irgendwie kämpfen wir vier uns durch, dann geht’s irgendwann nicht mehr weiter – wir drehen um.

18 km später stehen wir endlich wieder auf festem Grund, geschüttelt, nicht gerührt. In Baja Mare haben die hiesigen Stadtarbeiter in den Stunden unserer Abwesenheit anscheinend Zeit gefunden, die Wegweiser zu montieren, denn siehe da, die Schilder sind da, wenn auch nicht unbedingt gross, aber sie sind da.
Endlich auf dem richtigen Weg, fahren wir über eine Strasse, die dem schlechten Ruf der rumänischen Verkehrswege gerecht wird. Schlagloch an Schlagloch, teilweise auch ganz schön tief, zum Fahrbahnrand ist oft der Belag richtig weggebrochen und in den Ortschaften läuft an der Seite zur Strasse ein abgedeckter Regensammler. Dem fehlen aber ganze Platten. Es ist also ratsam, nicht immer ganz rechts zu fahren.
Auf einer relativ guten Bergstrasse Kurven wir durch Serpentinen weiter bis in die Nähe der ukrainischen Grenze. Unterwegs wird auch noch ein wenig Kultur gemacht, alte Kirchen angeschaut, die dem rumänischen Volk zum Weltkulturerbe gemacht worden sind.
Bei Bardame, in einem kleinem Seitental, schlagen wir unser Lager ein weiteres Mal auf.
Ein kleiner Freistand gibt uns diesmal ein Dach über dem Kopf, in dem wir unsere Matratzen auf dem Boden ausbreiten. Da es schon halb Acht durch ist, haben wir unser Vorhaben, mal früher unser Zelt aufzuschlagen, wieder nicht erreicht. Wir haben ja Zeit.
Senden können wir diesmal nicht,kein Empfang. Und so legen wir uns nach einem Schlückchen Bier nieder zur wohlverdienten Ruhe.

Der Norden Rumäniens

Bei 11 Grad Wärme zieht es uns gleich wieder auf die Strasse. Schnell unterwegs noch einen Kaffee und ab in den Süd…Norden, richtigen Norden. die Sonnen scheint, bald sind wir auch wieder bei einer guten Fahrtemperatur von 24 Grad angelangt. Einfach nur schön.
.
Etliche Passueberquerungen erfreuen unser Bikerherz, nicht aber die Federungen unserer Krads. Kurven fahren macht ja bekanntlich Spaß, aber wenn man konzentriert einem ganzen Netz an zusammenhängenden Schlaglöchern kilometerweit ausweichen muss, geht das auch schon mal enorm auf das Material, dann kracht es mal wieder ganz laut an der Federung, das Hinterteil schlägt hart auf den Sitz. Doch nach zwei, drei Stunden Dauertest ist es dann geschafft, die Strassen werde besser und besser, je weiter östlich wir kommen.
Hier in diesem Landesteil fühlt man sich in der Zeit weit zurückversetzt. Oder man vermutet, das aus irgendeinem Eck jemand „Cut“ ruft und der Regisseur mit seinem Filmteam Mittag macht.
Nicht nur die zahlreichen Kirchen und Klöster in Holzbauweise, sondern vor allem die Menschen mit ihren Pferdekarren vermitteln den Eindruck, man befindet sich Jahrzehnte von unserer Zeit entfernt. Lustig sind dabei die meist selbstgemalten, wie sagt man dazu, KFZ- Zeichen? PW(Pferdewagen)-Zeichen?. Meist sieht man große, kräftige Tiere, die auch heute noch vor den Pflug gespannt werden. Stress und Hektik scheint die Bevölkerung nicht zu kennen.
Da sieht man zum Beispiel auch mal annähernd zwanzig Menschen an einem Haus bauen, wobei zwei an einer alten Betonmischmaschine ihren Job verrichten. Einer schaufelt Sand und Zement in die Trommel und der Kollege dreht per Handkurbel die Maschine.
Übrigens, die Rumänen sind ein freundliches Voelkchen. Stehen am Strassenrand, winken, zeigen mit den Daumen nach oben und die Kinder geben Zeichen zum Gasgeben.
Gasgeben, Stichwort. Wir fahren auf den Wegen durch die Ortschaften ja gerne mal so an die 70 km/h, werden trotzdem regelmäßig von Ortansässigen gnadenlos verdarbt. Wie gesagt, Ortschaften.
Auch die nach uraltem Brauchtum meist selbstgeschnitzten Zäune und Tore fallen immer wieder auf.
Und natürlich die Kirchen, freilich aus Holz, mit 40, 50 Meter hohen Türmen stechen ins Auge.
Kulturell haben wir uns zur Besichtigung von zwei Kloestern entschieden.
Das erste ist das Manistirea Moldavita, 1402 erstmals erwähnt, dann kaputt gemacht, die Türken waren’s, und im 16. Jahrhundert wieder aufgebaut. Die vielen innen und aussen aufgemalten Fresken verleihen dem Moldauischen Baustil ein eigenes Gesicht.
Auch das nächste Kloster reiht sich in die Moldaukultur ein. Die Klosteranlage in Sucevita. 44 Kirchen und Klosteranlagen haben Stefan Cel. Mare, freilich der Grosse, und seine fürstlichen Nachfolger gebaut – für jeden Sieg über die Türken eine. Sie mögen sich wohl nicht besonders, die Rumänen und die Türken.

Klosteranlage Sucevita

Als wir die Wehr verlassen, ziehen über den Bergen ganz dunkle Wolken auf. Wir entscheiden uns, auf Anraten eines freundlichen Ureinwohners, die Nacht in einem Kloster in der Nähe zu verbringen – wohl getan. Als wir nach gut 25 km Putna erreichen, blitzt und donnert es und giesst in Strömen. Sehr gute Entscheidung.
Duschen müssen wir zwar kalt, aber über zwei Stunden später regnet’s halt immer noch und wer schon mal ein Zelt im Regen aufgebaut hat, weiss ein trockenes Plätzchen zu würdigen.
So begeben wir uns dann halt zur Ruh‘.