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Archiv für die Kategorie „Kasachstan“

Einreise nach Kasachstan

Montag, der 14. Mai, 11:30 Ortszeit (wieder eine Stunde mehr), überqueren wir nach abermals 1 1/2 Stunden Abfertigungszeit, die Grenze nach Kasachstan.
Von den unerwartet guten Strassenverhältnissen in Russland verwöhnt, erleben wir hier nach langer Zeit, siehe Rumänien, was man so Schlaglöcher nennt. Umfahren ist hier die Devise, auch wenn es auf die Gegenfahrbahn geht. Nicht selten sind diese Mulden 30-40 cm tief und auch einen guten Meter breit und meistens nicht alleine.
Aber als wir die ersten Häuser zu Gesicht bekommen, entschuldigen wir die Unebenheiten auf der Stossdämpferteststrecke.
Hier leben noch Menschen in Lehmbauten, die mit Sicherheit andere Sorgen haben, als schlechte Strassen.

 

Lehmhütte in Kasachstan

250 km bei relativ angenehmen Temperaturen von 26 – 30 Grad reichen uns an diesem Tag und wir suchen uns abseits des Weges ein kuscheliges Plätzchen in der Steppe.

Aturau

Und der Nachtwind heult. Nach Mitternacht werden wir wach, weil für eine knappe Stunde ein kleiner Sturm unser Equipment testet, es hält stand. Dann ist wieder Ruhe.
Zum Abbau bläst dann ein Lüftchen, so dass ans geordnete Zusammenlegen des Zeltes nicht zu denken ist. Macht nichts, alles reinstopfen, is eh alles trocken.
Aturau – ein krasser Gegensatz zu den gestrigen Dörfern. Ab hier sieht jeder, dass der Stadtsäckel von den Erdöl- und Erdgasvorkommen im Kaspischen Meer profitiert. Obwohl Mitte des 18. Jahrhunderts bereits erwähnt, ist es eine junge Stadt.

 

Aturau

Wir fahren dort zur Migrationspolizei für die Registrierung. Leider falscher Ort, andere Behörde. Haben von Germania schon was gelernt. Aber ein freundlicher Ordnungshüter setzt sich in sein Auto und fährt uns voraus. Dort erfahren wir, dass wir uns nicht registrieren lassen müssen, da dies schon in unseren Visen steht.
Bei der Behörde lernen wir einen Allgäuer kennen, der mit dem Rad unterwegs ist. Stefan erzählt uns, dass er seine Arbeit in Mainz gekündigt hat, jetzt eine Zeit lang mit dem Rad durch Russland in die Mongolei fährt, um irgendwann mal die Heimfahrt an zu treten. Dann will er mal wieder was arbeiten, im Allgäu.
Das nenn ich einen Umzug!

Auf dem Weg durch Kasachstan

Gegen Mittag geht’s weiter, ab Dossor dann streng nach Süden, mit viel Gegenwind, das Thermometer klettert auf 35 Grad. Wir sind froh, uns den Companero von Touratech zugelegt zu haben. Irgendwie ist es mit diesem Anzug erträglich, bei dieser Hitze weiterzufahren.

Nach Dossor

Allein bleibt man, bei einem Zwischenstop oder beim Tanken sowieso nicht, da der hiesige Menschenschlag, seit Astrachan unverkennbar asiatisch, uns sofort belagert, sich auf die Motorräder setzen will und vom Kameraden mit dem Handy fotografiert wird.
Auch ein halbes Cola nimmt er da gern in Kauf, wenn er der letzte ist, der auf die Kräder darf.

Zwischenstop in Kasachstan

Hab vergessen zu erwähnen, dass die Strassen seit Aturau perfekt sind und wir wirklich Kilometer machen können. unterwegs haben wir auch zwei Estländer getroffen, die auch schon ziemlich genau 6000 km gefahren sind und mit was, BMW natürlich. Die fahren jetzt in die Mosquitos Ecke Vladiwostock –  nur als Anmerkung.

Friedhof und nicht Peppi Town

Das ist nicht das Land der Liliputaner oder Peppi-Town, sondern so sehen in Kasachstan die Friedhöfe aus.
Vier Mauern ringsum, in der Mitte ist dann ein Erdhaufen. Wie tief diese Gräber sind, haben wir noch nicht herausgefunden.
Es fällt nur seit Russland auf, dass die Ruhestätten immer aus dem Ort ausgelagert sind.

Friedhof in Kasachstan

Gute Nacht

So neunzig Kilometer von Beyneu legen wir uns erneut ins Nirgendwo.
Gute Nacht.

Sonnenuntergang in Kasachstan