Nepalhilfe Beilngries

Aktueller Spendeneingang:
12022 €

Spenden für Bolivien
Aktueller Spendeneingang: 2401 €
Die nächsten Veranstaltungen

Sommerpause bis Oktober

Neueste Kommentare
Besucherzähler:
  • 82333Besucher gesamt:
  • 38Besucher heute:
  • 40Besucher gestern:
  • 0Besucher momentan online:
  • 29. Januar 2012gezählt ab:

Archiv für die Kategorie „Kasachstan“

Einreise nach Kasachstan

Montag, der 14. Mai, 11:30 Ortszeit (wieder eine Stunde mehr), überqueren wir nach abermals 1 1/2 Stunden Abfertigungszeit, die Grenze nach Kasachstan.
Von den unerwartet guten Strassenverhältnissen in Russland verwöhnt, erleben wir hier nach langer Zeit, siehe Rumänien, was man so Schlaglöcher nennt. Umfahren ist hier die Devise, auch wenn es auf die Gegenfahrbahn geht. Nicht selten sind diese Mulden 30-40 cm tief und auch einen guten Meter breit und meistens nicht alleine.
Aber als wir die ersten Häuser zu Gesicht bekommen, entschuldigen wir die Unebenheiten auf der Stossdämpferteststrecke.
Hier leben noch Menschen in Lehmbauten, die mit Sicherheit andere Sorgen haben, als schlechte Strassen.

 

Lehmhütte in Kasachstan

250 km bei relativ angenehmen Temperaturen von 26 – 30 Grad reichen uns an diesem Tag und wir suchen uns abseits des Weges ein kuscheliges Plätzchen in der Steppe.

Aturau

Und der Nachtwind heult. Nach Mitternacht werden wir wach, weil für eine knappe Stunde ein kleiner Sturm unser Equipment testet, es hält stand. Dann ist wieder Ruhe.
Zum Abbau bläst dann ein Lüftchen, so dass ans geordnete Zusammenlegen des Zeltes nicht zu denken ist. Macht nichts, alles reinstopfen, is eh alles trocken.
Aturau – ein krasser Gegensatz zu den gestrigen Dörfern. Ab hier sieht jeder, dass der Stadtsäckel von den Erdöl- und Erdgasvorkommen im Kaspischen Meer profitiert. Obwohl Mitte des 18. Jahrhunderts bereits erwähnt, ist es eine junge Stadt.

 

Aturau

Wir fahren dort zur Migrationspolizei für die Registrierung. Leider falscher Ort, andere Behörde. Haben von Germania schon was gelernt. Aber ein freundlicher Ordnungshüter setzt sich in sein Auto und fährt uns voraus. Dort erfahren wir, dass wir uns nicht registrieren lassen müssen, da dies schon in unseren Visen steht.
Bei der Behörde lernen wir einen Allgäuer kennen, der mit dem Rad unterwegs ist. Stefan erzählt uns, dass er seine Arbeit in Mainz gekündigt hat, jetzt eine Zeit lang mit dem Rad durch Russland in die Mongolei fährt, um irgendwann mal die Heimfahrt an zu treten. Dann will er mal wieder was arbeiten, im Allgäu.
Das nenn ich einen Umzug!

Auf dem Weg durch Kasachstan

Gegen Mittag geht’s weiter, ab Dossor dann streng nach Süden, mit viel Gegenwind, das Thermometer klettert auf 35 Grad. Wir sind froh, uns den Companero von Touratech zugelegt zu haben. Irgendwie ist es mit diesem Anzug erträglich, bei dieser Hitze weiterzufahren.

Nach Dossor

Allein bleibt man, bei einem Zwischenstop oder beim Tanken sowieso nicht, da der hiesige Menschenschlag, seit Astrachan unverkennbar asiatisch, uns sofort belagert, sich auf die Motorräder setzen will und vom Kameraden mit dem Handy fotografiert wird.
Auch ein halbes Cola nimmt er da gern in Kauf, wenn er der letzte ist, der auf die Kräder darf.

Zwischenstop in Kasachstan

Hab vergessen zu erwähnen, dass die Strassen seit Aturau perfekt sind und wir wirklich Kilometer machen können. unterwegs haben wir auch zwei Estländer getroffen, die auch schon ziemlich genau 6000 km gefahren sind und mit was, BMW natürlich. Die fahren jetzt in die Mosquitos Ecke Vladiwostock –  nur als Anmerkung.

Friedhof und nicht Peppi Town

Das ist nicht das Land der Liliputaner oder Peppi-Town, sondern so sehen in Kasachstan die Friedhöfe aus.
Vier Mauern ringsum, in der Mitte ist dann ein Erdhaufen. Wie tief diese Gräber sind, haben wir noch nicht herausgefunden.
Es fällt nur seit Russland auf, dass die Ruhestätten immer aus dem Ort ausgelagert sind.

Friedhof in Kasachstan

Gute Nacht

So neunzig Kilometer von Beyneu legen wir uns erneut ins Nirgendwo.
Gute Nacht.

Sonnenuntergang in Kasachstan

 

Zur Grenze nach Usbekistan

Die letzten 80 km zur Grenze fordern beide, Mensch und Maschine. Von Teer und Asphalt keine Sicht mehr, nur noch Sandpiste und Schotter.

Zur Grenze nach Usbeksitan

Nachdem sich dann eine BMW ganz zwanglos kurz von ihrem Fahrer befreit hatte und erst nach ein paar Fusstritten wieder bereit war, weiter zu fahren, haben wir nach fast drei Stunden den Landwechsel erreicht.
Ein Bild von Traurigkeit. Da auch noch der Wind den Sand vor sich hertreibt, eine kilometerlange Schlange von LKW’s auf die Abfertigung wartet, Autos Kreuz und quer auf der buckligen Zufahrt stehen, erschrecken wir schon ganz leicht. Aber irgendwie schlängeln wir uns durch und es ist uns auch keiner böse, im Gegenteil, zwei Brummifahrer rangieren ihre Vehikel so, dass wir vorbei und bis zum Tor Vorfahren können.
Die Kasachen fertigen uns dann sehr schnell ab und wir sind gegen 14:00 Uhr frohen Mutes, die Formalitäten schnell hinter uns zu bringen.
Da hat nur der Usbeke etwas dagegen. Lastwagenlenker erzählen uns, dass sie hier an der Grenze schon mal drei Tage Wartezeit mit ein rechnen. Gute Aussichten.
Die Bediensteten lassen sich sogar dabei zusehen, wie sie Viedeospiele machen, du interessierst überhaupt nicht.
Viel Fussvolk ist hier auch unterwegs und manchmal sieht es so aus, als ob die Menschen ausgetauscht würden, gib mir zehn, kriegst du zehn. Hunderte warten vor den Toren, Müllbeseitigung gibt es ja eh keine und so hängt der Dreck auf beiden Seiten in den Zäunen, es stinkt nach Urin und die Grenzgänger sind über und über beschmutzt.
Wir sind das erste mal froh, dass an den Grenzen fotografieren verboten ist.
Ein Wunder, man bewegt sich doch, du bekommst wieder ein paar Zettel in die Hand gedrückt und musst weiter zur Passkontrolle. Wir dachten, da war’n wir doch grad. Also, auf zur Passkontrolle.
Endlich, fertig, anziehen, Helm auf Hand… Halt!…. Aeh…. стоп! (Stop! Anm. des Übersetzers)… Zollkontrolle. Wieder alles ausziehen, Papiere herrichten und jedes mal mit ungutem Gefühl die Bikes allein zurücklassen.
Nach fast vier Stunden fahren wir dann auf usbekischen Boden, 20 km und wir schlagen müde unsere Zelte auf, nach gut 100 km.