Nepalhilfe Beilngries

Aktueller Spendeneingang:
12022 €

Spenden für Bolivien
Aktueller Spendeneingang: 2401 €
Die nächsten Veranstaltungen

Sommerpause bis Oktober

Neueste Kommentare
Besucherzähler:
  • 82333Besucher gesamt:
  • 38Besucher heute:
  • 40Besucher gestern:
  • 1Besucher momentan online:
  • 29. Januar 2012gezählt ab:

Archiv für die Kategorie „Deutschland 2“

Resümee Brummi

Wenn ich den ersten Teil der Reise 2012 mit den zurückliegenden fünf Wochen vergleiche, dann kommt mir das damals fast wie ein Tagesausflug nach Südtirol zum Kaffeetrinken vor.

Diesmal ging es wirklich ans Eingemachte, da war teilweise Schluss mit lustig. Joe und ich wurden sowohl mental wie körperlich voll gefordert. Doch bis auf ganz wenige Augenblicke haben wir nie die Ruhe verloren und waren ein tolles Team.

Natürlich will ich hier nicht die ganzen Ereignisse der ersten Woche in Kirgistan erneut aufwärmen. Wir wurden von Anfang an von einer unheimlichen Pechsträhne verfolgt, die schließlich in dem Tag an der chinesischen Grenze mit den beiden Löchern ihren Höhepunkt fand. Seit ich auf einem Bike sitze, war ich noch nie so down – und plötzlich erschien mir meine Leitsatz „Irgendwie geht es immer weiter“ nur noch pure Ironie. Ich dachte damals nur noch, das kanns doch alles nicht geben, was haben wir verbrochen – aber es ging auch da weiter.

Diese Woche hat uns viel, schon zu Beginn der Reise fast zu viel Energie gekostet, wir hatten praktisch überhaupt keine Ruhephasen.

Zum großen Glück liefen die Bikes dann in Tibet plötzlich wie geschmiert. Wäre all das, was wir in Kirgistan an Pannen durchgemacht haben, in der Höhe von Tibet passiert, ich glaube, das wäre nie gut gegangen.

Tibet im Oktober ist für Biker ein unwahrscheinlich hartes Land. Die Kälte (Rekord auf dem Bike war – 18 Grad) und die Höhe machen dir ständig zu schaffen. Ich fand eigentlich nachts nie richtig erholsamen Schlaf, eine Regeneration war so gut wie unmöglich. Doch einen großen Vorteil hatte der Oktober – bis auf zwei Tage hatten wir immer Sonnenschein pur, was in den regnerischen aber warmen Sommermonaten ganz anders ist.

Die Strecke durch das tibetische Hochland bis Lhasa führte uns immer am Himalaya-Hauptkamm entlang, der südlich unserer Route lag und meist nicht zu sehen war. Fast waren wir ein bisschen enttäuscht, denn die großen Gipfel, die wir naiverweise erwartet hatten, blieben bis auf den heiligen Berg der Tibeter, den Mt. Kailash, lange aus.

Entschädigt wurden wir freilich auf dem Friendship-Highway, der uns direkt durch den Hauptkamm von Lhasa nach Kahtmandu führte und auf dem uns die 8000er nur so zu Füssen lagen. Alles überragt vom Everest, der sich nicht umsonst König der Berge nennt. Ich werde seinen ersten Anblick aus fast 100 km Entfernung nie im Leben vergessen, ich wusste sofort, das ist er.

Schließlich noch ein Wort zu den Tibetern selbst und ihren Besatzern, den Chinesen. Die tibetische Bevölkerung lebt im Hochland unter unvorstellbaren harten Lebensbedingungen in großer Armut. Ich habe noch nie ein derart religiöses Volk gesehen, das seine ganze Hoffnung anscheinend auf den Glauben und ihren Dalai Lama setzt. Es ist erschütternd zu sehen, wie herablassend und erniedrigend dieses Volk von den Chinesen behandelt wird. Alles Geld, z. b: Eintrittsgeld bei Sehenswürdigkeiten, wird von Chinesen kassiert. Hauptziel der Chinesen scheint es zu sein, aus jedem Ausländer soviel Geld wie nur irgend möglich heraus zu holen. Dies gilt auch für unseren Reiseveranstalter (darüber folgt noch ein extra Artikel). Joe meinte mal, wie sich die ganzen deutschen Firmen nur mit diesen unzuverlässigen und derart profitgierigen Menschen einlassen können. Fast kein Tibeter traut sich irgendwas gegen China zu sagen, anscheinend wird alles überwacht und bespitzelt. Tibet kann man nur bemitleiden, denn wer die Chinesen und ihre absolut arrogante Art kennen gelernt hat, weiß, dass Tibet keine Chance hat, außer …..

Wir haben unser Ziel, den Everest und Kathmandu mit einem Jahr Verspätung erreicht. Die vergangenen fünf Wochen waren wahrscheinlich die anstrengendsten und ereignisreichsten in unserem Leben. Aber sind es nicht solche Erlebnisse, solche Abenteuer, die das Salz in unserer Einheitssuppe ausmachen, die uns den Nullpunkt wieder neu einstellen und zeigen, was im Leben wichtig ist?

18.11.13 Das letzte Kapitel: Die Queen ist zurück

Bereits um 06.00 Uhr morgens brachen Peppi und ich in Richtung Frankfurt auf. Am Sonntag hatte ich einen Anruf von dort erhalten, die Bikes sind mit einer Woche Verspätung nun endlich da. Anscheinend hatten sie es vorgezogen, noch eine Woche im Warmen zu bleiben (Zwischenaufenthalt in Riad, der Hauptstadt Saudi Arabiens). Doch letztlich war wohl auch bei ihnen das Heimweh zu groß.

Bereits um 09.30 Uhr waren wir in der Cargo Süd vor Ort und um 12.00 Uhr war alles im Fiat Transporter unseres Sponsors Dieter Schödl verpackt. Vielen Dank!

Die Queen hat nun ausgiebig Gelegenheit, ihre Falten aus der Nacht der langen Messer und ihr sonstigen zahlreichen Wehwehchen in Geisenhausen bei AfricanQueens, unserem neuen Hauptsponsor ausgiebig zu pflegen.

Dagegen zog es die BMW vor, erst mal ausgiebig Wiedersehen mit Peppi in Eichstätt zu feiern – schließlich ist eine Trennung über ein ganzes Jahr keine leichte Sache für beide Seiten.

Somit können wir über den Transport der Bikes nur Positives berichten. Die Abwicklung vor Ort in Kathmandu durch Eagle Export, die Betreuung durch Sara und ihr Team klappte wirklich problemlos und wir können sie uneingeschränkt weiterempfehlen. Auch der Preis pro Bike Kathmandu – Frankfurt für 730 Euro geht meiner Meinung nach in Ordnung. Die Woche Verzögerung schmerzt uns um diese Jahreszeit eigentlich überhaupt nicht. Sara, wir wünschen euch für die Zukunft alles Gute und vielen Dank für das super Abendessen bei euch zuhause.

(Endlich gibt es ein paar Bilder. Wer mehr sehen möchte, muss sich bis zum Vortrag im Frühjahr gedulden)

22.11.13 Resümee Joe

Mit dem Motorrad durch das Himalaya Gebirge zu fahren und wenn möglich bis an den Fuß den Mt. Everests zu kommen hatten wir uns als Ziel vorgenommen.

Dabei hatten wir vor der Reise die größten Erwartungen an die Landschaft in Tibet und die großartigen Ausblicke auf die höchsten Berge der Welt.

 

In Kirgistan angekommen hatten wir noch 1 Woche Zeit bevor wir uns an der Chinesischen Grenze mit unseren anderen Reisepartnern durch Tibet treffen sollten.

Diese Zeit nutzten wir um Kirgistan zu erkunden, natürlich wollten wir möglichst abgelegene Geheimtipps erkunden und mit dem Motorrad auf Wegen fahren die nicht häufig benutzt werden.

Die Fahrt zu diesen Orten war sehr anstrengend und auf teilweise unglaublich schlechten Pfaden.

Die Hände hatten sich oft um die Griffe verkrampft und die Arme schmerzten, wenn mal wieder ein besonders schwieriges Stück zu bewältigen war.

 

An einem besonders abgelegenen Ort haben wir uns dann auch noch verfahren und, wie so oft, kommt ein Unglück selten allein.

Ein Motorrad bleibt liegen und es ist auch nicht vor Ort zu reparieren. Unsere Chancen die Grenze zu China rechtzeitig zu erreichen ist sehr gering. Vielleicht müssen wir sogar die ganze Reise abbrechen falls wir keine Ersatzteile für das Motorrad bekommen.

Über Nacht im Zelt gehen uns natürlich eine Menge Gedanken durch den Kopf, wie kommen wir hier wieder heraus?

Auch über den Abbruch der Reise wird nachgedacht und ich finde den Gedanken gar nicht so unattraktiv. Der bisherige Teil war kein Zuckerschlecken, sehr anstrengend und zum Teil auch gefährlich. Bei einem Sturz auf den schlechten Straßen kann die nächste Hilfe sehr weit weg sein.

 

Irgendwie haben wir es dann doch geschafft das defekte Motorrad (und auch die BMW) wieder zurück nach Osh zu bringen, unserem Ausgangspunkt. Dieser Rücktransport alleine war schon ein besonderes Abenteuer, nicht nur einmal dachten wir Aufgeben zu müssen aber gerade diese Erlebnisse bleiben einem ein Leben lang in Erinnerung. Nachdem das Motorrad doch repariert werden konnte versuchten wir in einer Marathonfahrt von knapp 12 Stunden, bis tief in die Nacht hinein, doch noch die Grenze nach China zu erreichen. Die Straße war etwa 500 km nur ‚Schotter‘ und mit vielen Pässen gespickt. Trotz Zündaussetzern bei der BMW (der Kontakt beim Seitenständer war defekt) und 2 Löchern bei der Honda kurz vor und nach der Grenze haben wir es geschafft, wenn auch mit ziemlicher Verspätung.

Bewertung Tibetreisen.com (Greatway): wie Banditen und Wegelagerer!!!!

Es hat leider etwas länger gedauert, aber hier unsere Bewertung über das chinesisches Reiseunternehmen.

 

Während der zweijährigen Vorbereitungszeit auf die Reise hatte ich eigentlich einen sehr guten Eindruck von dem chinesischen Reisebüro Tibetreisen.com/Greatway gewonnen. Alle Anfragen wurden immer sofort beantwortet. Wie sich im Verlauf der Reise später zeigen sollte, war dieser erste Eindruck jedoch eine große Täuschung.

Heute, nach Abschluss der Reise, sehe ich außerdem die überraschende Einreiseverweigerung vom letzten Jahr in einem anderen Licht – ich glaube Greatway inzwischen kein Wort mehr. Nach dem ganzen Chaos, dem wir heuer ausgesetzt waren, ist zu vermuten, dass sie auch 2012 organisatorische Probleme hatten und das Einreiseverbot einfach vorschoben. Sie haben 2012 fast 1000 Euro von unserer Anzahlung behalten. Eine Anrechnung auf die Reise 2013 erfolgte nicht.

 

Doch langsam und der Reihe nach:

Ich möchte an dieser Stelle nicht mehr auf die ganzen Streitereien innerhalb der Gruppe eingehen, bei denen es um die Aufteilung des Reisepreises ging. Aber auch hier wurde uns später klar, dass von chinesischer Seite unterschiedliche Informationen gestreut worden waren und dadurch einige Ungereimtheiten erst entstanden sind.

Wie bereits berichtet, hatten wir schon in der ersten Woche in Kirgistan  große technische Probleme mit unseren Maschinen. Deswegen war es uns nicht möglich, den vorgegebenen Einreisetermin nach China am 10. Oktober einzuhalten. Am Vorabend des 10. hatten wir die Bikes wieder soweit in Ordnung, dass wir die Grenze mit einem Tag Verspätung erreichen konnten. Tibetreisen.com teilte uns mit, dass dies in Ordnung geht. Allerdings entstehen dadurch zusätzliche Kosten von 400 Dollar, da extra für uns ein Führer mit eigenem Auto an die Grenze fahren muss. Wir waren einverstanden und brachen sofort auf, um am anderen Tag gegen Mittag, wie abgesprochen, an der Grenze zu sein. Leider konnten wir auch diesen Termin nicht halten, wieder machten uns die Bikes einen dicken Strich durch die Rechnung.

So schafften wir die Einreise nach China erst gegen 16 Uhr und waren doch sehr überrascht, als hier nicht etwa ein Pkw, sondern ein Kleinbus auf uns wartete, in dem schon zwei irländische Rucksachtouristinnen saßen. Neben dem Bus standen zwei Belgier mit ihren Motorrädern, die auch erst heute eingereist waren. Nur wegen uns war das Fahrzeug also wirklich nicht gekommen.

Wir machten uns sofort auf den 80 km langen Weg zur Immigrationsstation. Schon nach 20 km musste ich zum zweiten Mal an diesem Tag mit einem Platten am Hinterreifen anhalten. Die Guides machten mir in der anbrechenden Dämmerung unmissverständlich klar, dass wir das Motorrad noch heute bis zur Immigrationsstadion bringen mussten, denn morgen sei dort wegen Feiertag geschlossen. So luden wir die Honda kurzerhand in den Bus ein und erreichten die Station erst gegen 19 Uhr.

Einige Tage später dann folgende Nachricht vom Reisebüro: durch die verspätete Ankunftszeit an der Immigrationsstation mussten die Beschäftigten dort länger Dienst leisten und zudem waren zusätzliche Fahrzeuge erforderlich, um sie nach Hause zu bringen. Ihre gewohnten Fahrgemeinschaften waren wegen der Überstunden nicht mehr vorhanden.  Dafür wurden uns weitere 2800 Yuan (340 Euro) berechnet. Wir ließen diese Forderung zunächst unbeantwortet.