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Archiv für die Kategorie „Peru“

23.05.2106 Shit – Nosostros somos el Glubb

0:1 – wie sollen wir da unseren Titel als Rekordabsteiger festigen, wenn wir nicht mal aufsteigen. KOPF HOCH – ich glaube, wir sind trotzdem auf dem richtigen Weg! Aber tut selbst hier in Peru noch weh (doch, soviel ich mitbekommen habe, war es letztlich verdient).

club

22.05.16 Valle Sagrado de los Incas

Sonntag, 22.05.16 (35. Tag)

In der Umgebung um Cusco gibt es viele, meist gut erhaltene Ruinen aus der Inkazeit. Nachdem wir erst am Montag nach Machu Picchu aufbrechen, aufgrund unseres Alters haben wir die bequeme Alternative mit dem Zug gewählt, wollen wir uns heute einige dieser Anlagen ansehen. Aufgrund der Fruchtbarkeit und des besonders milden Klimas war das Valle Sagrado de los Incas, das geheiligte Tal der Inkas, von großer Bedeutung und somit ist das unser Ziel.

Von Cusco aus führt der Weg dorthin über Chinchero, dort hatten die Inkas ihren Sommersitz. Wir haben Glück, denn nur am Sonntag findet hier ein großer Indiomarkt statt und den lassen wir uns natürlich nicht entgehen.

K1600_Markt

In Moray befand sich zur Inkazeit ein Landwirtschaftszentrum. Bis vor 50 Jahren wurden auf den Terrassen Kartoffel und Gerste angebaut.

K1600_Ackerbau

Nicht weit von Moray entfernt liegt Maras und die Salzterrassen dort sollte man sich nicht entgehen lassen. Die Becken sind eingefasst von Salzkrusten und werden von einer sehr salzhaltigen Quelle gespeist. Die Salzgewinn erfolgt von Mai bis Oktober. Frauen und Kinder hacken mühsam die Salzschollen los, die die Männer dann in Säcken fort schleppen.

K1600_Salz

Unser letztes Ziel ist die Inkafestung Ollantaytambo, die strategisch günstig gelegen war, um das heilige Tal zu schützen. Die unten im Tal gelegene Stadt Ollanta ist die einzig verblieben Stadt aus der Inkazeit und ist mit den damaligen Grundrißen nahezu identisch.

K1600_Festung

 

21.05.16 CUSCO

Samstag, 21.05.16 (34. Tag)

CUSCO!

„Die auf 3430 m Höhe gelegene Stadt ist nicht nur die schönste und abwechslungsreichste Stadt Perus, sondern auch, aufgrund ihrer historischen Bedeutung, die wohl interessanteste Stadt Südamerikas. Einst die Hauptstadt und das Herz des Inka-Imperiums war Cusco der Nabel der Welt und mindestens so mächtig und wohl auch reicher als das alte Rom,“ so der Reiseführer und dem ist nichts hinzu zu fügen.

Wir sind wirklich begeistert. Im Gegensatz zu den Städten in Bolivien ist hier nicht alles am Verfall, hier wird etwas getan. Es ist einfach nur ein Traum, dem Reiseführer zu folgen und durch die Stadt, die auch den Verkehr immer wieder ausschließt, zu wandern.

Ich lasse diesmal Bilder sprechen:

K1600_Paza de Armas

Plaza de Armas

 

K1600_Gasse

 

K1600_Peruanenrinnen

 

K1600_Zeugnis

Steinquader aus der Inka-Zeit

K1600_L1030149

 

 

K1600_L1030148

 

 

21.05.2016 Qu’eswachaka

Freitag, 20.05.16 (33. Tag)

Wir warten mit dem Aufstehen, bis die Sonne aufgegangen ist und die Zelte erwärmt. Die Nacht war wirklich bitterkalt, doch ich habe eine gute Ausrüstung und bin auf Temperaturen bis – 10 Grad eingestellt. Anders geht es Hermann, der seine verlorene Campingausrüstung in Sucre ergänzen musste. „Scheiße, laute Klump. Mann hab ich gefroren!“

Unser Gastgeber, ein alter Bauer, bringt uns zum Aufwärmen Kokatee und kann es nicht fassen, wie wir die Nacht in den Zelten überlebt haben. Zum Abschied sagt er immer „Imagen“ zu uns. Wir glauben, er möchte sich mit uns fotographieren lassen, tun das auch und in unserer Unwissenheit fragen wir ihn, der in einer total einfachen Hütte haust, nach seiner Mailadresse, um ihm die Bilder zu schicken. Natürlich hat er gar kein Internet. Aber lässt nicht locker: „Imagen“ und ist erst zufrieden, als er von jedem von uns ein Passbild bekommt und die wie einen Schatz schnell in Sicherheit bringt. Zum Abschied winkt er uns nach.

K1600_Hrermann erklärt

Hermann erklärt unserem Gastgeber, dass sein Wasser gefroren ist

Es wird heute wieder einer dieser Traummotorradtage. Es passt einfach alles: Straße, Wetter, aber vor allem die Landschaft. Wir erleben einen Rausch in Gelb und Ocker. Ich liebe diese Farben und habe sie zum ersten Mal in dieser Intensität in der tibetischen Hochebene erleben dürfen.

K1600_Gelb

Flamingos und Gelb, Gelb, Gelb …

Auch heute haben wir wieder einen kleinen Umweg von 100 km eingeplant. Wir wollen zu einer Hängebrücke:

Die Hängebrücke Qu’eswachaka hat eine Länge von 28 Meter. Sie besteht vollständig aus geflochtenem Gras. Die Brücke ermöglicht es mehreren hundert Einwohnern der Umgebung, den Fluss zu überqueren. Die Brücke wird jedes Jahr im Juni neu errichtet und besteht in dieser Form schon seit etwa 500 Jahren. Zur Errichtung kommen jährlich etwa 700 Menschen der Umgebung zusammen. Die Frauen flechten die Seile dabei aus Ichu-Gras, die Männer verknüpfen die Seile zur Brücke. Nach Vollendung der Brücke wird diese von Priestern geweiht und es wird ein Fest veranstaltet Die Brücke gilt als letzte funktionierende Hängebrücke der Inka.

K1600_Hängebrücke

Die Qu’eswachaka

Als wir die Brücke durch eine abenteurliche Landschaft erreichen, trauen wir unseren Augen kaum. Und da kann man wirklich rüber? Was da unser TÜV sagen würde. Karl und ich wagen es schließlich und ich gebe zu, ein wenig Muffensaußen war unbedingt dabei.

K1600_Der Beweis

Der Beweis

Als wir wieder auf der 3S sind, beginnt es bereits, dunkel zu werden und es fehlen uns noch 100 km bis Cusco. Und die werden zu einer Qual. Jeder Peruaner fährt anscheinend ständig mit Fernlicht. Von Km zu Km nimmt der Verkeht zu und Cusco empfängt uns mit Stau und unvorstellbaren Abgasen. Wir brauchen drei volle Stunden und finden zum Glück schnell ein Hotel. Doch am anderen Tag soll uns Cusco sein anderes Gesicht zeigen.

Hier gibts noch das spezial Hängebrückenvideo

 

 

21.05.2016 La Rinconada – die höchste Stadt der Welt

Donnerstag, 19.05.16 (32. Tag)

Um 9 Uhr verlassen wir Puno, es geht Richtung Cusco, der uralten Inka-Metropole.

Auf der super ausgebauten 3S kommen wir zügig voran. Wir haben zwei Tage bis Cusco eingeplant, wäre wahrscheinlich auch an einem machbar gewesen, aber wir machen noch einen ganze besonderen Umweg – wir wollen nach La Rinconada, der höchstgelegenen Stadt der Erde (5100 m).

Die Stadt ist durch die nahegelegene Goldmine entstanden und angetrieben durch den stark angestiegenen Goldpreis ist die Einwohnerzahl innerhalb von acht Jahren um 235 % auf ca. 40.000 angestiegen.

Viele Bergarbeiter arbeiten in der Goldmine unter dem System des so genannten cachorreo. Dabei arbeiten sie 30 Tage lang ohne Entgelt für die Bergbaugesellschaft, die Corporación Ananea. Am 31. Tag dürfen sie dafür so viel Gestein aus der Mine mitnehmen, wie sie auf den Schultern tragen können. Wie viel Gold sich im Gestein befindet, ist Glückssache.

K1600_Auf dem Weg

Auf dem Weg nach La Rinconada

Durch eine abwechslungsreiche Landschaft klettern wir schnell höher und sehen schon aus großer Entfernung einen vergletscherten Berg. Direkt unter dem Eis spiegelt sich eine größere Fläche in der Sonne. Soll das die Stadt sein, so weit oben, wir können es nicht glauben.

K1600_La Rinconada

La Rinconada – direkt unter dem Gletscher

Km um Km kommen wir näher, längst ist der Asphalt hartem Schotter gewichen und langsam glauben wir es wirklich – das ist tatsächlich La Rinconada.

Die letzten Km werden dann zur Tortur. Berge von Müll zu beiden Seiten der Straße. Der Gestank ist unerträglich und leider sieht es auch in der Stadt nicht viel besser aus.

K1600_Müll

Berge von Müll – der Gestank unerträglich

Aufgrund mangelnder Kanalisation sind die hygienischen Verhältnisse verheerend. Hinzu kommt eine starke Belastung durch die Aufarbeitung von Golderz, insbesondere durch Quecksilber.

Ich bin entsetzt, geschockt, das ist die größte Kloake, die ich bisher gesehen habe. Und natürlich leben hier auch Kinder. Wir sehen Schulkinder, die sich ihren Weg durch den Müll bahnen und überall der Gestank. Es gibt hier auch sehr viele Prostituierte, es ist nicht anders wie früher im Wilden Westen, dort wo Gold gefunden wird …

K1600_Schulkinder

Schulkinder bahnen sich ihren Weg durch den Müll

Ich habe nur einen Gedanken, so schnell wie möglich wieder weg (ich Glücklicher, ich kanns mir aussuchen). Mir tun die Menschen leid, die sich das antun (müssen?). Ich denke an ein Lied von Haindling, ich glaube es heißt der Mond, in dem der Mond über die Dummheit der Menschen lacht und auch an den Dalai Lama, der genau das Gleiche tut. Was werden hier aus Geldgier für Umweltsünden begangen? Unfassbar.

Abends finden wir einen Lagerplatz, den ich erstmals auf der Reise in meine eigene Kategorie (schön, wunderbar, unvergesslich) in schön bis wunderbar einteilen würde. In einem weiten Tal, direkt neben einem kleinen Bauernhof.

K1600_Lagerpaltz

Der erste Lagerplatz, der den Namen auch verdient

Um 18 Uhr ist es stockdunkel und es wird kalt. Das Thermometer sinkt in der Nacht auf -5 Grad. Schnell verziehen wir uns in die warmen Schlafsäcke.

18.05.2016 In Peru – die schwimmenden Inseln

Mittwoch, 18.05.16 (31. Tag)

Gestern sind wir um 9 Uhr von Copacabana aufgebrochen und schon eine viertel Stunde später standen wir an der Grenze zu Peru. Schön langsam pendelt sich unser Grenzübertrittsschnitt auf drei Stunden ein. Auch dieses Mal hätte es sehr viel schneller gehen können, hier ist Gedult gefragt. Es waren nicht die Passformalitäten, die uns aufhielten, erneut war es die Registratur der Bikes. In dem peruanischen Büro saß ein älterer Herr, der alles peinlichst genau in ein uraltes, dickes Buch eintrug und sich dabei Zeit ließ, Zeit ließ, ….

Gegen 12 Uhr wars schließlich geschafft, hatte uns dieses Mal aber nicht sonderlich genervt, denn es standen gestern nur 145 km bis Puno, das am anderen Ende des Sees liegt, auf dem Programm.

K1600_Flamingos

In Peru sehen wir die ersten Flamingos

Die Uhr wurde nochmals um eine Stunde zurück gedreht und so beträgt der Zeitunterschied zu Europa inzwischen 7 Stunden. Gegen halb drei erreichten wir Puno und quartierten uns in einem Viersterneluxustempel ein. Das Eiskeller-Hotel von Copacabana hatte Spuren hinterlassen.

Schnell merken wir, dass zwischen Bolivien und Peru ein großer Unterschied besteht. Die Menschen sind viel offener, es gibt plötzlich wieder Wegweiser am Straßenrand, die Häuser sehen um einiges besser aus und es gibt wirklich super Suppen (noch dazu in richtig großen Schüsseln).

Nach unserem ersten Frühstück im neuen Suppenliebhaberland werden wir um 9 Uhr am Hotel abgeholt und zum Hafen gebracht – wir wollen zu den schwimmenden Inseln der Urus.

K1600_Insel der Urus

Eine der Urus-Inseln

Die Urus sind eine ethnische Gruppe Indigener am Titticacasee. 2000 Urus leben auf derzeit 49 „schwimmenden Inseln“, die sie aus getrockneten Totrora-Schilf herstellen. Dieselbe Pflanze ist unter anderem auch Rohstoff für Schilfboote und den Häusern auf den Inseln. Sie leben von der Fischerei und von bunten Decken, die sie an Touristen verkaufen. Doch die Mehrzahl hat die Inseln verlassen und wohnt inzwischen auf dem Festland.

K1600_Ernährung der Urus

Hier zeigt der Guide anschaulich, von was sich die Urus ernährern

Die Fahrt mit dem Boot dauert nicht lange, nur 5 km liegen die Inseln vor Puno. Auf der Insel, die wir besuchen, leben 5 Familien und insgesamt 25 Personen. Zu Beginn erfahren wir, wie die Inseln gebaut wurden und wie die Menschen hier leben. Natürlich ist alles sehr touristisch, aber wir bekommen doch einen Einblick, auf welche einfache Art hier gelebt wird.

K1600_handarbeit

Verkauf der Handarbeiten ist eine der Erwerbsquellen

Morgen werden wir den Titticacasee, der uns so gut gefallen hat, verlassen. Es geht in die Berge, Richtung Cusco.