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Archiv für die Kategorie „Brasilien“

29.04.2016 Wir sind in Bolivien

Freitag, 29.04.16 (12. Tag)

Gestern nachmittag haben wir die Ranch im nördlichen Pantanal erreicht.

Kurz die Zimmer beziehen und dann gings auch schon los: eine Bootsfahrt auf dem Rio Mirinda flussaufwärts. Der Skipper gab mächtig Gas und uns hats ganz schön gefroren. Das konnte aber Joe, Karl und Hermann nicht von einem Bad im Fluß abhalten. Auf meinen Einwand: „Und was ist mit den Prianhas?“, erwiderte Joe nur kurz: „Die gehen nicht auf kleine Würmer.“ – Kein Wunder, bei diesen Temperaturen. Mir war es zu kalt und ich hatte auch ein wenig Schieß, man weiß ja wirklich nicht, was sich so in dem Wasser alles tummelt.

Zu sehen gabs natürlich auch einiges, eine herrliche Tier- und Planzenwelt.

Die Krokodille haben wir uns Gott sei Dank (wegen des Bades der Drei) für den darauffolgenden Tag aufgehoben. Da gings auf holprigen Pfaden mit einem Truck zu einer Außenstelle der Ranch, die noch tiefer im Sumpfgebiet liegt. Und da lagen sie dann, diese Angsthasen, von wegen Krokodile, denn als Joe vom Truck stieg und sich ihnen zum Fotografieren näherte, flüchteten sie schnell ins Wasser  – ebenfalls Schießer!

Um 13 Uhr verließen wir die Ranch und schafften die 130 km bis nach Corumba, dem brasilianischen Grenzort zu Bolivien  bis 14:30 Uhr. Auftanken und noch schnell Einkaufen, schon ist es 15:30 Uhr und bis wir an der Grenze sind, stehen die Zeiger der Uhr auf 16 Uhr.

Um 19 Uhr, nach drei Stunden, unser bisher längster Grenzübergang in Südamerika, ist alles erledigt und als ich mich als Kollege zu erkennen gebe, gibt uns die Verkehrspolizei sogar noch Geleitschutz bis zum Hotel. Eigentlich wollten wir ja noch weiter und die erste Nacht in Bolivien im Zelt verbringen, doch wir waren einfach zu spät dran, um 17:30 Uhr wurde es bereits dunkel und in einem neuen Land im Dunkeln fahren und dann auch noch einen Lagerplatz suchen, muss nicht sein.

Wir sind in Bolivien und ich habe das Gefühl, jetzt beginnt die Reise erst richtig.

Krokodil

29.04.2016 Herzlichen Glückwunsch an die Queen

Donnerstag, 28.04.16 (11. Tag)

Wir sind gestern planmäßig bei besserem Wetter bis Bonito im Pantanal gekommen. Doch leider haben wir uns hier ein wenig vertan.

Zuerst steuerten wir einen Zeltplatz 10 km außerhalb des Ortes an, der in vielen Reiseberichten als sehr schön beschrieben wurde. Wie schon erwähnt, es ist bereits Herbst hier in Südamerika und der Zeltplatz ist total leer. Wir könnten zwar bleiben, aber hier gibt es nichts zu kaufen, kein Essen, kein Cerveja (wie es auf portugisisch heißt – der sprachgewandte Spanier erkennt natürlich sofort, dass es sich nur um Bier handeln kann – in Brasilien wird im Gegensatz zum großen Rest von Südamerika Portugisisch gesprochen und hier ist Joe, der schon vier Jahre in Brasilien gearbeitet hat, voll in seinem Element) – also fahren wir weiter und finden einen kleinen Zeltplatz im Ort.

Vertan oder geirrt haben wir uns deshalb, weil Benito eigentlich nicht im richtigen Pantanl liegt sonder eher ein Urlaubsort für Action- und Adventurebegeisterte ist.

Wir schauen abends noch im Reisebüro vorbei und da Zweistundenimeiskaltenflussschnorcheln, Einenewighohenwasserfallherunterrutschen oder Sichaneinemseilineinehöhleabseilen nun wirklich nichts für unser Alter ist und wir außerdem von der Regentortur immer noch durchgefroren sind, beschließen wir, am nächsten Morgen weiter nach Norden auf eine kleine Ranch direkt im „richtigen“ Pantanal zu fahren.

Gesagt getan und so sind wir bereits wieder früh im Sattel. Ich mache meine Reisegefährten noch kurz vor Abfahrt darauf aufmerksam, dass in ca. 60 km etwas ganz besonderes ansteht, aber nachdem ich auf den ersten Kilometern schon ein paar Bilder geschossen habe, sind sie mir weit voraus und so wird es schließlich etwas ganz intimes:

Pünktlich bleibe ich stehen, der Kilometerzähler meiner Queen springt hier in Brasilien auf 00000,0 sprich 100.000 km – sicher werden nun einige darüber lachen, aber es war wirklich ein ganz besonderer Moment, denn wir haben doch schon einiges miteinander durchgestanden, auch das eine oder andere klitzekleine Abenteuerchen. Ich drehe mein erstes „Selfie“ überhaupt und freue mich einfach nur. Denke kurz zurück an die vielen tollen gemeinsamen Erlebnisse und gebe ihr einen dicken Schmatzer. Gleichzeitig kommen mir die Worte von Joe in Erinnerung, der vor kurzem gesagt hat, so eine alte Karre würde er hier zurück lassen, die sei ja die Transportkosten nicht mehr wert. Ich habe geantwortet: „Meine Frau würde ich ja auch nicht hier lassen, nur weil sie ein wenig älter ist.“

Und kurz darauf ist wirklich die ganze BMW-Kapelle vollzählich zum Gratulieren angetreten:

BMW-Kapelle

 

Jubiläum

29.04.2016 Einfach nur ein Tag zum Vergessen

Dienstag, 26.04.16 (9. Tag)

Der Klimawandel hinterläßt auch in Südamerika seine Spuren – und die sind ganz schön tief.

Schon bei unserer Ankunft in Montevideo hat uns Sandra berichtet, dass es die letzten 14 Tage in Uruguay fast ununterbrochen geregnet hat und sowas hat es zu dieser Jahreszeit überhaupt noch nie gegeben.

Dolores, eine Kleinstadt 240 km nördlich von Montevideo wurde nahezu total von einem Tornado zerstört. 5 Menschen kamen dabei durch herumfliegende Autos ums Leben. Sandra kann sich nicht erinnern, dass es in Uruguay schon jemals einen Tornado gegeben hat.

Auch wir bekamen die Folgen hautnah zu spüren. Ständig heftiger Wind und dann vor Iguazu die eingestürzte Brücke.

Am härtesten traf es uns aber heute. Durch den Dauerregen am Montag gab es einen Temperatursturz von fast 30 Grad. Bei unserer Abfahrt aus Foz de Iguazu zeigt das Thermometer gerade noch 12 Grad an und es schüttet wie aus Kübeln. Und es hört den ganzen Tag nicht auf. Dazu kommt noch der meiste Verkehr, den wir bisher in Südamerika hatten – ein Lastwagen hinter dem anderen.

Einfach nur ein Tag zum Vergessen. Abends suchen wir uns durchgefroren und naß ein Hotel und erfahren im Internet, dass das Wetter im Pantanal, dem großen brasilianischen Feuchtgebiet, unserem nächsten Ziel, besser werden soll.

Es wäre nahezu unmöglich gewesen, bei dem Regen den Fotoapparat auszupacken, deshalb gibt es diesmal auch kein Bild zum Beitrag.