Melde Dich für den Newsletter an

Nepalhilfe Beilngries

Aktueller Spendeneingang:
12329 €

Spenden für Bolivien

Aktueller Spendeneingang: 4294 €

Die nächsten Veranstaltungen

Freitag, 16.02.: Nur kurz nach Kathmandu in Nördlingen

Samstag, 17.02.: El Condor Pasa in Donauwörth

Besucherzähler:
  • 91443Besucher gesamt:
  • 32Besucher heute:
  • 59Besucher gestern:
  • 0Besucher momentan online:
  • 29. Januar 2012gezählt ab:

Archiv für die Kategorie „Bolivien 1“

03.05.2016 Padre Adolfo

Dienstag, 03.05.16 (16. Tag)

Unser erster Tag in Sucre. Wir haben uns schon vorher für diesen Tag mit dem Eichstätter Weihbischof Adolf Bittschi verabredet, der seit 30 Jahren hier in Bolivien lebt und 2008 zum Bischof ernannt wurde.

Herr Bittschi, den ich schon im Vorfeld kontaktiert hatte und über unsere Reise informiert habe, hat sich gerne bereit erklärt, für uns den „Fremdenführer“ zu spielen: “ Für einen ehemaligen Kollegen meines Vaters (sein Vater war auch Polizist) nehme ich mir gerne einen Tag Zeit.“

Ich bin schon ein wenig aufgeregt, als er pünktlich um 08:30 Uhr vor der Tür unseres Hostels steht, doch das verfliegt schnell. Herr Bittschi entpuppt sich als sehr, sehr netter und einfacher Mensch, der uns unwahrscheinlich viel über Bolivien berichten kann. Er zeigt uns die Stadt, führt uns zu den Schwestern von Andoratrices, die sich um bolivianische Prostituierte kümmern, sorgt dafür, dass Hermann seine Campingausrüstung wieder updaten kann, lädt uns zum Mittagessen ein und hat bei Karl und bei mir endgültig einen Stein, wenn nicht gar einen Felsen, im Brett, als wir um 14:45 Uhr bei ihm Bayern gegen Atletico anschauen dürfen.

Es ist einfach unglaublich, wieviele Menschen er hier kennt. Ständig werden wir auf der Straße angehalten. Er wird von den Bolivianern mit einer Herzlichkeit begrüßt, die beeindruckend ist. Er geht an keiner Bettlerin vorbei, ohne ihr die Hand zu drücken, oder ihr etwas zu geben. Von allen wird er nur Padre Adolfo genannt.

Sucre, die offizielle Hauptstadt Boliviens, ist eine beeindruckende Stadt. Die Altstadt von Sucre mit ihren weißen Gebäuden gilt als eines der am besten erhaltenen Beispiele einer Kolonialstadt in Südamerika und ist im typischen Schachbrettmuster angelegt. Im Jahr 1991 wurde die Altstadt als Ensemble von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.

Wir fühlen uns hier sauwohl und weil wir außerdem einen Tag mehr Pause nach den ersten 14 Tagen gebrauchen können, beschließen wir, noch einen weiteren Tag Sucre dran zu hängen.

Padre Adolfo

03.05.2016 Auf der Ruta Che Guevara

Montag, 02.05.16 (15. Tag)

Wie gewohnt beginnt der Tag mit unserem Outdoorfrühsück. Die Koffer, unsere Luxussessel, stehen noch vom Abend im Karree und schon nach wenigen Minuten dampft das vom Benzinkocher erhitzte Wasser. Anschließend steht die Schlange an und jeder bekommt einen Löffel Instantkaffee in den Becher und Wasser drauf. Essen, meist Brot mit Käse und Wurst, hat jeder selbst dabei.

Wir freuen uns auf unseren ersten richtigen Schottertag, das Wetter ist bombig und wir sind in den Bergen.

Wir folgen der Ruta de Che Guevara, die uns nach La Higuera, dort wo der Revolutionsführer 1967 gefangengenommen und hingerichtet wurde und dann weiter nach Sucre bringen soll. Als wir La Higuera besichtigt haben, es gibt einige Denkmähler, kommen wir plötzlich nicht mehr weiter. Die Straße endet hier, sagen uns auch die Bewohner des ärmlichen Ortes. Zum ersten Mal erlebe ich es, dass eine Straße auf der Karte komplett falsch eingezeichnet ist, denn auf der geht es einfach gerade weiter. Wir werden zurück geschickt, biegen nochmals falsch ab, stehen diesmal plötzlich in einer steilen Senke, aus der wir fast nicht mehr raus kommen, vor einem versperrten Tor und wenden erneut.

Dann finden wir endlich die richtige Abzweigung, doch das hat uns in diesem Gelände fast 3 Stunden gekostet. Dafür hält die Landschaft, was der Reiseführer versprochen hat. Fast nach jeder Bergkuppe, wir kommen schon auf über 3000 m Höhe, wechselt die Vegetation und die Farbe der Berge. Erstmals stehen nun sogar Kakteen neben der Straße.

Unsere Pausen sind kurz, wir sind stark in Verzug und zudem ist die Strecke wesentlich länger als in der Karte angegeben. Am Ende des Tages sind es über 200 km Schotter, jeder kann sich vorstellen, wir ausgesehen haben. Es war kein Zuckerschlecken, aber genau so wollen wir es.

Doch der Hammer des Tages trifft uns zum Schluss: wir erreichen Sucre im Dunkeln erst gegen 20 Uhr und als wir vor unserem Hostel stehen, bemerken wir plötzlich, dass der rechte Seitenkoffer an Hermanns BMW fehlt. Doch darin war Gott sei Dank nichts Wichtiges: Zelt, Schlafsack, Isomatte und Kochtöpfe mit Kocher. Wir haben keine Ahnung wo das Teil geblieben ist.

Doch Hermann, der Unverwühstliche, kann dem fast „worst case“ sogar noch was Gutes abgewinnen:“ Wenigstens muss ich mein Zelt (wir mussten sie morgens nass einpacken) nicht mehr zum Trocknen aufhängen.“  Ich kugle mich fast am Boden.

K1600_Che Guevara

 

03.05.2016 Auch in Bolivien gehts vorerst nur geradeaus

Sonntag, 01.05.16 (14. Tag)

Nach dem relativ geglückten Grenzübergang saßen wir gestern früh nach einem etwas dürftigen Frühstück wieder früh im Sattel.

Wir folgen der Ruta 4 durch das bolivianische Tiefland in Richtung Westen. Auch darüber gibt es nicht allzuviel zu berichten, denn es fehlt weiter brutal an Abwechslung: gerade Straße, kein Verkeht, Tempo 100 km/h (nicht weil man hier in Bolivien nicht schneller fahren darf – Polizei oder gar Radar haben wir an der Straße überhaupt nicht gesehen – sondern einfach um die Reifen zu schonen). Wenigsten ist das Wetter inzwischen stabil gut und abends lagern wir auf dem Grundstück eines ärmlichen Bauernhauses, dessen Besitzer überhaupt nichts gegen uns hat.

So ging es auch heute weiter. Kurz bevor wir gegen 10 Uhr Santa Cruz erreichen, reißt es mich plötzlich aus meiner Sodahinfahrlethargie! Nein, kein Unfall oder ein rüchsichtsloser Überholer – ich sehe doch tatsächlich am Horizont die ersten schattenhaften Umriße von Bergen. Unser eigentliches Ziel ist in Sicht: die Anden. Natürlich halte ich sofort für ein Foto.

Santa Cruz hat erwartungsgemäßig außer brutalem Verkehr nicht viel zu bieten. Bevor wir die Stadtgrenze endlich erreichen und durch sind, wollen wir noch tanken und jetzt beginnt das Drama. Sprit gibt es für Touristen nur in Kanistern. Die haben wir natürlich maßenhaft dabei – Schmarrn, nur ich habe meine beiden 5-Ltr.-Kanister mit und so dauert die ganze Prozedur gut 45 Minuten. 10 Liter auffüllen, zahlen, reinschütten – once again.

Dann dauert es nicht mehr lange und wir erreichen kurz hinter Santa Cruz die ersten Ausläufer der Anden. Plötzlich hat die Straße Kurven und schon biegen wir nach Süden ab – der erste Schotter.

Wir machen diesen Umweg nach Sucre, unserem ersten Ziel in Bolivien, bewußt, denn im Reiseführer steht, dass uns diese Strecke durch eine phantastische Landschaft führen wird. Nach der ersten Schotterstunde verbringen wir auch diese Nacht wieder in den Zelten im Freien.

K1600_Die Anden sind in Sicht