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Archiv für die Kategorie „Bolivien 1“

16.5.2016 Isla del sol

Montag, 16.05.16 (29. Tag)

Wir haben Copacabana als Übernachtungsort ausgewählt, denn hier legen die Schiffe zur Isla del sol ab und da wollen wir heute hin.

Der ursprüngliche Name der Insel lautete Titicaca, nach dem später auch der Titicacasee benannt wurde. In der Mythologie der Inka soll der Sonnengott Inti seine Kinder auf einem Felsen der Isla del Sol zur Erde gelassen haben. Somit spielt die Isla del Sol in der Mythologie der Inka eine sehr große Rolle.

Nach zwei Stunden Fahrt, Fahrpreis 20 B einfach, erreichen wir das Nordende der bezaubernden Insel.

K1600_Skipper

Unser Skipper hat alles im Griff (äh im Fuß)

Wir bezahlen nochmal 10 B, damit wir einen alten Pfad zu der Stelle gehen dürfen, an der der Sonnengott seine Kinder abgesetzt hat.

K1600_Idylle auf Isla

Eine wirklich idyllische Insel ohne Autoverkehr: die Isla del Sol

Immer wieder haben wir fantastische Blicke auf den See und die umliegenden Inseln. Die Sonne brennt unerbärmlich in dieser Höhe, es hat bestimmt 20 Grad und wir müssen etwa 150 Höhenmeter auf einen Berg hinauf. Für Motorradfahrer in dieser Höhe sehr, sehr anstregend.

K1600_Schweine am Strand

Was für „Schweine“ sind denn hier am Strand? Das Wasser ist zu kalt zum Baden, deshalb haben die Schweine den einen oder anderen Strand für sich alleine.

Uns bleiben nur knapp 3 Stunden, dann fährt das Schiff schon wieder zurück, also auch nicht viel Zeit für große Pausen. Gegen 16:30 Uhr sind wir wieder zurück.

K1600_Isla Kinderstätte

Hier soll der Inkagott seine Kinder abgesetzt haben

Ein anstregender Ausflug, einmal ohne Moped, der sich aber unbedingt gelohnt hat und morgen gehts nach Peru, denn über die Hälfte des Sees gehört den Peruanern.

16.05.2016 Am Titticacasee

Sonntag, 15.05.16 (28. Tag)

Zu Tagesbeginn haben wir noch einmal 60 harte Kilometer in einem Flußtal vor uns, doch dann erreichen wir die Asphaltdecke der neuen Jungasstraße. Die Deathroad darf eh nur bergab befahren werden, so fällt uns die Entscheidung leicht. Macht aber nichts, wir wollen ja heute noch bis zum Titticacasee.

Und dann geht es auf sehr guter Straße über 50 km nur bergauf. Von den Tropen in einem Rutsch ins Eis auf 4700 m Höhe. Trotz der Magenprobleme stellt sich schnell Fahrspass pur ein.

K1600_die neue Yungas

Auch die neue Jungasstraße ist absolut fahrenswert

Doch der soll nur bis zur Stadtgrenze von La Paz halten. Schnell haben uns die Abgase und der mörderische Verkeht wieder ihrer Gewalt und das für ganze 2 Stunden. Beim Wegfahren in einer steilen Straße dann ein gehöriger Schrecken. Aus der Adventure von Karl steigen plötzlich ganze Rauchschwaden auf. Der erste Gang ist wesentlich länger als bei der Queen übersetzt und wir haben schon die Befürchtung, dass die Kupplung hinüber ist.

Wir warten fast eine halbe Stunde, bis sie halbwegs abgekühlt ist und Gott sei Dank geht es weiter. Es ist schon nach 16:30 Uhr, als wir den ersten Blick auf den See erhaschen und der hat es in sich.

Es ist bestes Wetter, die Sonne geht schon ins abendliche ockergelb über und der See ist dermaßen tiefblau, dass man es fast nicht glauben kann.

K1600_Erster Blick auf See

Der Titticacasee

Der Titticacasee liegt auf 3812 m Meereshöhe und ist das höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer der Erde. Die Wasserqualität des Sees nahm in den letzten Jahren kontinurierlich ab und der Wasserstand sink ständig. Die Verschmutzung des Sees ist hauptsächlich auf Schadstoffe aus Abwässern der Großstadt Puno und Schwermetalle der nahegelegenen Minen zurückzuführen.

40 km vor Copacabana, nein, keine Sorge, wir haben uns nicht komplett verfahren und sind jetzt plötzlich in Rio, auch hier am See in Bolivien gibt es einen Ort mit dem gleichen Namen, müssen wir sogar noch für etwa 500 m auf eine Fähre und die hat es wirlich in sich.

16.05.2016 Raus aus dem Dschungel

Samstag, 14.05.16 (27. Tag)

Früh brechen wir aus Rurrenabaque auf. Wir müssen die gleichen 420 km zurück nach La Paz, wie wir gekommen sind, es gibt nur diesen einen Weg. Schnell durchqueren wir die Ebene auf der asphaltierten Straße und die Baustelle.

K1600_Geier

Im Dschungel sind überfahrene Tiere ein gefundenes Fressen für die Geier

Doch dann geht es stellenweise nur noch im Schritttempo voran. Auch hier im tropischen Regenwald muss es in den vergangenen Tagen viel geregnet haben. Die Straßen waren schon bei der Herfahrt oft naß und rutschig, doch nun haben sie sich in Schlammpisten verwandelt.

K1600_Schlammpiste

Nach einer Stunde sehen wir und die Bikes aus wie die Schweine. Da blutet das Herz des einen oder andern Adventure-Fahrers, bei denen Sauberkeit eigentlich ganz oben steht.

K1600_Karl im Dreck

Karl kämpft sich durch

Der Queen, die das auf Reisen gewohnt ist, entlocke ich nicht mal mehr ein: „Nicht schon wieder!“

K1600_voll Dreck

Nicht schon wieder

Zu allem Unheil meldet sich ab mittag auch bei mir der Magen – Montezumas Racheopfer Nr. 2

Abends haben wir knapp 250 km geschafft und wir finden einen relativ ruhigen Lagerplatz. Für mich wird es eine unruhige Nacht, es ist noch einmal stickig heiß im Zelt und ich schlafe nur in der Unterhose und muss immer wieder raus.

13.05.2016 Hermann`s Wunderkiste – Weltpremiere

Freitag, 13.05.16 (26. Tag)

Hermann konnte die Rückkehr aus dem Dschungel kaum erwarten. Nicht, dass es die Gelsen (so heißt es richtig; auf österreichischen Absolutslang ausgesprochen: Gössen) auch auf ihn so abgesehen hatten, wie auf mich, nein, er freute sich auf eine absolute Weltpremiere:

DIE ERSTE BMW R 1200 GS ADVENTURE MIT EINER BOLIVIANISCHEN HANDGEFERTIGTEN HOLZKISTE MIT METALLVERSTÄRKUNG

Kaum waren wir da, war Hermann auch schon beim Schmied, um seinen Liebling mit dem neuen Teil abzuholen. Hier das Ergebnis:

 

K1600_L1020762

 

13.05.2016 Im Dschungel

Mittwoch, 11.05.16 (24. Tag)

Noch am gestrigen Abend haben wir bei http://www.mashaquipeecotours.com/ unsere Dschungeltour gebucht. 160 Dollar pro Mann für zwei Tage mit einer Übernachtung.

Nachts werden wir wach, es regnet.

Auch beim sehr guten Frühstück in unserem Traumwellnesshotel hat sich nichts geändert, es schüttet. Um 8 Uhr sollten wir abgeholt werden und wir können die Tour um einen Tag verschieben.

K1600 Regen in Rurrenabaque

So vergeht der regenreiche Tag mit viel Schlaf und viel Email- und Homepagetätigkeit.

Donnerstag, 12.05.16 (25. Tag)

Heute sieht es mit dem Wetter besser aus. Der Fahrer von der Agentur steht wieder pünktlich um 08.00 Uhr vorm Hotel und bringt uns zum Büro. Dort wird uns unser Guide für die nächsten Tage vorgestellt: Ismael (Spitzname: Negro).

K1600 Ismael

Ismael, unser Dschungelquide ist natürlich immer bewaffnet

Und es lohnt sich wirklich, ihn, den absoluten Dschungelmenschen, genauer vorzustellen. Isamael hat drei Kinder von drei verschiedenen Frauen, ohne verheiratet zu sein. Seine ältere Tochter studiert in Freiburg, sein Sohn arbeitet in Frankfurt und seine jüngere Tochter ist erst drei Jahre alt. Er selbst ist 38. Er ist dort im Dschungel aufgewachsen, wo jetzt die Dschungellodge von Mashaquipe steht. Sein Motto lautetet: „Im Dschungel finderst du alles, was du zum Leben und zur Gesundheit brauchtst.“ Im Verlauf seiner Führungen erzählt er uns, dass es im Dschungel von der Rinde eines Baumes ein Krebsmittel gibt, mit dem er bei einem an Krebs erkrankten Freund in La Paz den Krebs nicht nur zum Stillstand sonder sogar geheilt hat. Natürlich sind solche Mittel bei uns nicht bekannt, dafür sorgt die Pharmaindustrie und deren Lobby schon, da kannst du aber Pfeilgift aus einer anderen Rinde drauf nehmen. Die Menschen, die im Dschungel leben, erkranken nicht an Krebs, nur in den Großstädten, berichtet Ismael weiter.

K1600 Hafen

Der Hafen von Rurrenabaque

Doch wieder einmal der Reihe nach: vom Büro der Argentur aus geht es zu Fuß zum „Hafen“ am Rio Beni, wir stechen mit einem 40-PS-Motor-Boot flußaufwärts in See (Fluß) und erreichen gegen 13 Uhr unsere Lodge, wo wir die Nacht verbringen werden (sehr sauber und in top Zustand).

Zuvor halten wir noch an einer kleinen Hütte am Fluß, in der außer einer älteren Frau anscheinend niemand lebt. Hier dürfen wir mit eigenen Händen Zuckerrohrsaft herstellen und diesen anschließend auch verköstigen.

K1600 Zuckerrohrpresse

An der Zuckerrohrpresse

Nachmittags geht’s dann wirklich in den Dschungel. Auf kleinsten Pfaden erreichen wir einen Felsen, den wir auch besteigen, an dem sich Papageien ihre Höhlen gegraben haben. Unterwegs passiert es aber schon, das erste Opfer von Montezumas Rache. Karl hat es erwischt.

K1600 Im Dschungel

 

So und nicht anders siehts im Dschungel aus

K1600 Papageien

Papageienpärchen im Anflug

Wir erreichen die Lodge erst wieder, als es schon Nacht ist und jetzt bin ich erneut am springenden Punkt: Gössen, Staunzen, Mosquitos, Drecksviecher, Ver….. sie haben mich fast gekillt. Eigentlich wollte ich den Pulli nicht ausziehen, aber es war einfach zu schwül und zu warm und das T-Shirt bot nun wirklich kein Hindernis. Nach einem sehr guten Abendessen, verziehen wir uns wiedereinmal früh ins Bett.

Freitag, 13.05.16 (26. Tag)

Karl verzichtet auf das Frühstück und schläft bis Mittag durch. Auch ich gebe klein bei, es kam, wie ich schon befürchtet habe, der Dschungel ist nun wirklich nicht mein Terrain, und so teile ich den anderen mit, dass ich die folgende dreistündige Wanderung nicht mitmachen werde und bei Karl hier in der Lodge bleiben werde. Ich gebe mich geschlagen, die Mosquitos waren wieder einmal stärker.

Mittags sind Joe, Hermann und Ismael zurück. Ismael hat ihnen viel Heilpflanzen gezeigt und ihnen viel über den Dschungel berichtet. Nach dem Mittagessen, auch Karl geht es inzwischen wieder besser, Ismael hat ihn hervorragend mit Dschungelmedizin versorgt, fahren wir  mit dem Boot zurück nach Rurrenabaque. Wir beziehen erneut unser Traumwellnesshotel direkt am Rio Beni, den wir nun schon viel besser kennen.

Zuletzt noch ein Video aus dem Dschungel