Freitag, 10.10.19

Heute heißt es wieder Zelte abbauen, wir verlassen die Westküste in Richtung Osten zur anderen Inselseite. Die Fahrt verläuft bis zum Erreichen der ersten Berge ab etwa Inselmitte ziemlich unspektakulär. Interessanter wird es erst hinter Orroli, wo wir durch die grandiose Flumendosaschlucht nach unten fahren und später dann, als wir die ersten Ausläufer des Gennargentu Gebirges erreichen.

Unterschlupf finden wir auf dem kleinen, aber sehr feinen Campingplatz La Pineta. Er verfügt über ein derart gutes Restaurant, dass es uns gar nicht in den Sinn kommt, irgendwohin anderes zum Abendessen zu fahren. Das lustige dabei ist, dass wir für dreimal Essen, eigentlich hätte es immer ungefähr das gleiche hätten kosten müssen, einmal 31, dann 41 und schließlich 51 Euro bezahlen. Wir rätseln über den Grund  und können uns beim besten Willen nicht vorstellen, dass es uns Oldtimer gelungen ist, die beiden jungen hübschen italienischen Bedienungen doch ein bisschen aus dem Konzept zu bringen.

Samstag, 11.10.19

Ein Schottertag ganz nach dem Herzen jedes Offroaders!

Heute steht eine Rundfahrt durch das Herz des wilden Gennargentu Gebirges auf dem Plan. Wir suchen uns die kleinsten Straßen aus, die wir in der Karte finden können und nicht selten endet der eh schon bröckelige Asphalt im Schotter. Am Ende des Lago Bau Muggeries stehen wir an einer Abzweigung, an der ein Wasserfall ausgeschildert ist. Ohne zu zögern biegen wir ab und es geht lange bergab in ein Flusstal. Unten ist die einzige Brücke durch einen liegen gebliebenen uralten Lkw blockiert, um den eine handvoll aufgeregte Sarden durcheinanderwieselt. Sie lassen uns schließlich durch und der Platz zwischen dem störrischen Gefährt und dem Brückengeländer reicht gerade. Anschließend geht es wieder bergauf und schließlich stehen wir an einer steilen Bergabpassage. Ich zögere kurz, fahre aber doch als Erster. Und jetzt merke ich, dass ich seit 3 Jahren nicht mehr im Schotter war: aus unerfindlichen Gründen nutze ich nur die Hinterradbremse, bleibe zu lange drauf, die Queen stellt sich immer mehr quer und ich rutsche nach links krachend mit dem Unterbodenschutz an einen Felsbrocken von der Größe „kann man vielleicht gerade noch hoch heben“. Ich winke Herbert, dass er nach unten kommen soll, um mir zu helfen, die Queen aus dem kleinen Graben raus zu schieben, doch er sitzt ebenfalls fest. Er ist etwas zu weit in das Gefälle herein gefahren und kommt nicht mehr zurück. So bleibt mir nichts anderes übrig, als es alleine zu versuchen und nach einigen Minuten bin ich heil unten. Dort sehe ich, dass der weitere Weg durch einen Bachlauf führt und dann nur noch als Fußweg steil nach oben weiter geht. Ich drehe um und fahre wieder hinauf. Gemeinsam schieben wir die GS einige Meter nach oben und als auch Herbert gewendet hat, stellen wir überrascht fest, dass du auch bei nur knapp 20° in den sardinischen Bergen ganz schön ins Schwitzen kommen kannst. Aber wo ist eigentlich der Wasserfall?

Stunden später geraten wir am Pass Guddetorgiu dann ich richtig groben Schotter. Die mit kleinen Felsbrocken garnierte Piste führt durch noch nie gesehene Bodenwellen, die derart Höhe haben, dass wir immer wieder aufsitzen.

Als wir dann kurz vor 16 Uhr die Schnellstraße nach Lanusei erreichen, müssen wir uns ziemlich erschöpft eingestehen, in Bezug auf Schotter im Moment nicht ganz in der Übung zu sein.

Sonntag, 12.10.19

Auch heute geht es erneut in die Berge. Wir wollen nach Orgosolo, um uns dort die berühmten Graffiti an den Häusern anzusehen. Doch wer schon einmal die Kunstwerke in Valpareiso, der Hafenstadt von Santiago de Chile gesehen hat, der wird enttäuscht sein. Zudem findet an diesem Wochenende ein dreitägiges Fest statt und die Stadt ist überfüllt mit Touristen. Nach einem schnellen Cappuccino ergreifen wir nach einer halben Stunde die Flucht, der Menschenauflauf ist uns hier zu groß, wir wollen wieder in die Einsamkeit der Berge.

Das Highlight des Tages ist die Küstenstraße SS125 der wir am Nachmittag in Richtung Süden folgen. Ein Traum von Straße, bester Asphalt, Kurve an Kurve, die uns zwar selten ans Meer aber dafür immer wieder durch faszinierende Berglandschaften führt.

Montag, 13.10.19

Wir können es kaum glauben, wie schnell ist die Woche hier vergangen. Es bleibt uns nichts anderes übrig als zu Packen, aber wir haben ja Gott sei Dank noch den ganzen Tag, die Fähre verlässt Olbia erst um 21:30 Uhr.

Schnell erreichen wir auf der Autobahn Olbia und es geht noch weiter in Richtung Norden. Unser Ziel ist das Capo Testa und bei Santa Teresa Gallura finden wir mit dem Lo Squalo Bianco einen weiteren absoluten „Traumstrand“.

Am Capo d`Orso (Bärenkapp) gibt es außer einer gewaltigen Granitformation, die mit viel Fantasie an einen Bären erinnert, nicht allzu viel zu sehen.

Auf der Rückfahrt nach Olbia machen wir noch einen kurzen Umweg über die  Costa Smeralda, der Küste der Reichen und Schönen. Es beginnt bereits zu dämmern und kurz vor Olbia genehmigen wir uns ein letzte Fischplatte. Gegen 20:30 Uhr erreichen wir den Hafen und diesmal geht alles recht flott.

Dienstag, 14.10.19

Schon um 7 Uhr sind wir auf der Autobahn in Richtung Florenz.

Herbert übernachtet wieder am Gardasee und ich bleibe die ganze Rückfahrt vom Regen verschont. Kurz hinter Rosenheim Totalsperre auf der Autobahn, ohne Karte und Navi suche ich mir einen Weg in Richtung Erding. Alles ist verstopft, ein Stau am anderen, der ganz normale deutsche Irrsinn hat mich wieder.

Fazit:

Sardinien – ein Traum von einer Insel!

Nach Sizilien und Korsika fehlte mir nur noch diese von den großen drei Inseln im Tyrrhenischen Meer. Alle drei haben bestimmt ihren Reiz, doch Sardinien im Oktober bietet dir richtig gutes, bezahlbares italienisches Essen, Felsenküsten, Berge, Traumstrände, einsame Buchten mit türkis blauen Wasser und nicht zuletzt tolle Straßen mit Kurven, Kurven, Kurven …..

Sardinien ein absolutes Highlight!
Categories: 2019 Sardinien

4 Comments

Heidi Heiß · 26. Dezember 2019 at 21:05

Servus Brummi,
vielen Dank für die schönen Fotos.
Das macht richtig Lust im Oktober auf diese Insel zu fahren.
Tolle Website!

Karl-Heinz Faulhaber · 5. November 2019 at 10:14

Hallo Brummi,

tolle Tour, gratuliere.

Kleiner Hinweis fürs nächste Mal. Besucht mal das untere südöstliche Eck. Habe hier die schönsten Strände gefunden. Zu empfehlen Castiadas mit Cala Sinzias oder auch die Costa Rei allerdings erst im Oktober. Sonst zu viel los. Bin ich jedes Jahr Anfang Oktober.

Vielen Dank für den Bericht.

    Brummi · 5. November 2019 at 12:28

    Servus Fauli,
    genau das Eck, in dem wir nicht waren. Ist notiert.

Debbie · 4. November 2019 at 22:22

Hey Peter,
schöner Bericht und tolle Fotos, super Idee, noch ein bisschen Sonne und ruhige Straßen mitzunehmen! Da hat die Queen ja ganz schön was mitgemacht, ich hoffe, sie kann sich über den Winter gut erholen :P
Liebe Grüße und auch vielen Dank für die Erwähnung:-)
Debbie

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