Nepalhilfe Beilngries

Aktueller Spendeneingang:
12022 €

Spenden für Bolivien
Aktueller Spendeneingang: 2401 €
Die nächsten Veranstaltungen

Sommerpause bis Oktober

Besucherzähler:
  • 85097Besucher gesamt:
  • 35Besucher heute:
  • 50Besucher gestern:
  • 0Besucher momentan online:
  • 29. Januar 2012gezählt ab:

Archiv für Oktober 2013

17.10.13 Der haerteste Tag

Wecken wie gesagt 05.00 Uhr. Ich brauche zum Zeltabau und Aufpacken fast eine Stunde. In dieser Hoehe bist du schon fertig, wenn du dick eingemummt auf die Maschine kletterst.

Keine Strassensperren, aber es geht noch bei Dunkelheit sofort bergauf. Nach einer halben Stunde halten wir auf der Passhoehe kurz an. 5200 m und der Temperaturanzeiger der BMW steht auf -18 Grad. Fuer mich als verfrorener Hund eindeutig zu kalt. Zu allem Unheil haben wir nun den laengsten Streckenabschnitt in grosser Hoehe vor uns. Die naechsten 100 km kommen wir nicht mehr unter 4900 m. Es wird auch nur unwesentlich waermer, als die Sonne endlich raus kommt. Immer wieder halten wir an und ich waerme mir die Finger an den Heizgriffen der BMW, die wesentlich mehr drauf haben als meine der Queen.

Es ist der kaelteste Tag der gesamten Reise.

In Domar erreichen wir die Grenze zu Tibet und fahren in den Himalaya ein. Ab nun heisst unser neuer Fuehrer Thopten, er ist selbst Tibeter. Das Wetter ist wie schon in den vorherigen Tagen super, Sonne pur, aber eben a….kalt. Wir wussten, dass es hier im Oktober kalt werden wuerde, aber mit diesen Temperaturen haben wir nicht gerechnet.

Wir fahren bis Rutog. Wir halten beim einzigen „Guesthouse“. Nichts anderes als ein einziger grosser Raum, in dem die ganze Familie lebt. In der Mitte steht ein Ofen, ich stelle mich davor und schlage mit den Armen um mich. Die Mutter des Hauses versteht und legt ordentlich Yakdung nach. Nach einer halben Stunde bin ich aufgetaut und nach einer weitern haben wir gute chinesische Nudeln bekommen. Und natuerlich reichlich Tee. Waerme, Essen und Tee und du bist hier oben voellig zufrieden. Ich schlafe mit Joe zusammen in einem Nebenraum, natuerlich alles ohne Heizung und bete beim Einschlafen, dass ich nicht nachts raus aufs Klo (hinters Haus) muss. Pinkeln geht ja noch, aber Gross waere bei diesen Temperaturen die Hoechststrafe.

19.10.13 Zhadar und Kailash

Wir sind von der G219 gestern nachmittag abgebogen und haben traumhafte 120 km bei angenehmen 5 Grad durch eine unbeschreibliche Landschaft nach Zhadar hinter uns. Definitiv eine der schoensten Motorradstrecken, die ich je gefahren bin (leider gibts noch immer keine Bilder). Und endlich wieder ein Hotel mit einer warmen Dusche. Nach ueber einer Woche in Eiseskaelte und erbaermlichsten Unterkuenften eine unbeschreibliche Wohltat.

Am Morgen legen wir dann die 18km bis zur Bergfestung eines der letzten Koenige Tibets im Auto unserer Gruppe zurueck. Eine beeinduruckende Anlage in wie schon gesagt bezaubender Landschaftskulisse. Hat nur einen Nachteil, du musst fast 300 Hoehenmeter raufklettern, um alles zu sehen. Auch wieder kein Kinderspiel auf fast 4000 m. Aber es lohnt sich.

Nachmittags duerfen wir den gleichen Weg wieder zurueck fahren und haben noch einmal diesen Hochgenuss.

Gegen Abend dann der bisherige Hoehepunkt der Tibetreise, der heilige Berg der Tibeter, der 6714 m hohe Kailash kommt in Sicht. Im Sueden wird er vom fast 8000 m hohen Memo Nami flankiert und dazwischen liegt ein herrlicher tuerkisblauer Bergsee. Im spaeten Licht der untergehenden Sonne gelingen uns herrliche Aufnahmen.

Doch der Luxus der Dusche von gestern ist schnell wieder verflogen – abends ein unbeheiztes Guesthouse, in dem Joe, unser Guide und ich auf 4500m schnell wieder auf den Boden der Tatsachen geholt werden.

20.10.13 Schnee

Als wir morgens nur wiederwillig aus unseren warmen Schlafsaecken kriechen und einen Blick vor die Tuere werfen, habe ich doch in der Nacht richtig gehoert, alles ist frisch ueberzuckert – es tatsaechlich geschneit.

Natuerlich weiss jeder, was ich damit meine, wenn ich davon spreche, bei Minusgraden aus dem Schlafsack zu klettern und sich anzuziehen. Das einzige, was diese Situation einigermassen ertraeglich macht, ist, dass im Teehaus inzwischen geheizt wird und es schon warmen Tee gibt.

Wir verbringen wieder einen eiskalten Tag, vormittags ist das Wetter erstmals schlechter und wir muessen auch durch ein kleines Schneegestoeber, und landen abends total durchgefroren wieder in einem Guesthouse.

Strom gibts im Teehaus erst ab 20.30 Uhr, dann wird das Agregat eingeschaltet und alles ist hell erleuchtet. Das Ganze hat nur einen Nachteil, das Agregat steht fast neben unserer Schlafgemach und ist nicht zu ueberrichen. Endlich wird es gegen 24.00 Uhr abgeschaltet und wir finden noch ein wenig  Ruhe.

Tibet – hier wird die Farbe ocker neu definiert

Ich habe in der Vergangenheit im TV einige Reiseberichte ueber China gesehen. In vielen war dann, als es nach Tibet gehen sollte, der folgende Satz Standart: „Leider mussen wir hier unterbrechen und den Bericht in ….., denn uns wurde die Einreise nach Tibet verweigert.“

Wir haben es geschafft! Leicht wars auch fuer uns nicht und die Reise wird uns sicher die letzten Koerner kosten, aber wir waren beide gut vorbereitet und blieben bisher Gott sei Dank von groesseren Krankheiten (abgesehen von leichtem Durchfall und hier in Tibet von Schluckbeschwerden, das einzige, wogegen ich kein Schuesslersalz dabei habe, denn ich hatte in der Vergangenheit schon ewig keine Halsschmerzen mehr – aber wir waren uns auch hier einig und hatten immer beide gleichzeitig Beschwerden) verschont.

Dennoch muessen wir uns und auch unsere Reisegefaehrten eingestehen, dass wir uns die Kulisse ein wenig anders vorgestellt hatten. Naiv wie wir waren, glaubten wir, von einem 8000er zum Naechsten zu fahren. Doch so war es bisher nicht. Der Hauptkamm des Himalaya liegt doch einiges weiter suedlich und bildet die Grenze zu Pakistan und Nepal. So sahen wir die Riesen meist nur am Horizont. So war unsere Route meist umringt von Bergen zwischen 5000 und 6000 m. Dafuer hat Tibet die Farbe ocker ganz neu definiert. Es ist unvorstellbar, welche Farben und Farbtoene hier zusammenspielen und in welches Licht sie dieses karge Land immer wieder setzen.

Die Bevoelkerung gerade hier in Westtibet lebt unvorstellbar arm unter widrigsten Wetter- und Klimaverhaeltnissen. Die Chinesen, die Tibet seit 1951 besetzt halten, was voelkerrechtlich sehr umstritten ist, haben hier alles im Griff. Wenn irgendwo Eintritt fuer Besichtigungen bezahlt werden muss, kommt dies immer den Chinesen zu gute. Im Moment leben noch ca. 2,3 Millionen Tibeter in Tibet, um die einen wirklich Angst werden muss, wenn man die Umstaende hier erst einmal kennen gelernt hat.

23.10.13 Lhasa

Die letzten drei Tage waren erstmals weniger anstregend. Wir kamen endlich etwas tiefer, was auch immer gleichbedeutend mit waermer ist und fanden zudem in Latse und Shigatse ganz annehmbare Hotels, in denen es uns wesentlich besser ging.

Das Essen hier in Tibet ist uebrigens sehr gut. Auch wenn du im noch so kleinen Guesthouse ubernachtest, bekommst du immer beste chinesische Kueche vorgesetzt. So bleiben wir wenigstens einigermassen bei Kraeften, wobei die Kaelte schon sehr zehrt.

Am Abend des 23. erreichen wir Lhasa, die Hauptstadt Tibets auf molligen 3600 m und ziehen ins Vier-Sterne-Tibet-Hotel ein. Viersterne darf man natuerlich nicht mit unserem Standart vergleichen, aber fuer Tibet sind wir doch sehr zufrieden. Die Nacht im Doppelzimmer kostet knapp 35 Euro und eine normales Nudel- oder Reisgericht bekommt man fuer ca. 3 Euro. Benzin kostet meist um 1 Euro.

Wir bleiben jetzt 3 Tage hier, haben Zeit, unsere Wunden zu lecken (es scheint den ganzen Tag die Sonne und in ihr kommt es locker auf 20 Grad), gut zu essen und natuerlich den beeindruckenden Potala-Palast, den ehemaligen Sitz des Dalai Lama, der im Exil in Indien lebt, ausfuehrlich zu besichtigen

26.10.13 Ausblick

Wir werden dann ab morgen den Friendship-Highway wieder zurueck fahren und bei Latse in Richtung nepalesische Grenze abbiegen.

Dort werden wir sie dann auch endlich pfluecken koennen, die Schwammerl, die Hugl, die 8000er.

Auf unserem Routenplan steht noch der Besuch von Kloster Rongbuk und dem Basislager des Everest.

Doch da sah es letzte Woche noch sehr schlecht aus. Es hiess, die Paesse sind wegen Schneefall alle zu und es sei auch ein Touristin dort in der Kaelte gestorben.

Die Wende kam dann gestern abend, als unser Guide mitteilte, Paesse offen bis Rongbuk, aber Basecamp geschlossen. Eine Loesung, mit der wir siche leben koennten, denn die 7 km zum Basecamp reissen auch nicht mehr viel raus.

Uns seht also noch eine oder zwei klare Naechte in fast 5000m Hoehe bevor, die wir aber gern in Kauf nehmen werden, denn schliesslich war der hoechste Berg der Erde doch das erklaerte Ziel der Reise.

Wir sind guter Dinge und melden uns dann aus Kahtmandu wieder, und dann duerfte der Kas gegessen sein.

Viele Gruesse aus Lhasa

Joe und Brummi

11.10.13 China! aber auf der letzten Rille

In der Nacht hat es geregnet und wir packen noch bei Dunkelheit zusammen.

Es gibt schon lange keine Wegweiser mehr und das GPS im Handy von Joe funkioniert auch nicht mehr genau. Nur mit Muehe verfahren wir uns nicht und sind schliesslich in der Auffahrt zum letzten Pass vor dem Pass Torugard, der Grenze. Die Berge sind frisch verschneit, ob wir da ueberhaupt rueber kommen? Ploetzlich macht die BMW keinen Mucks mehr, der Schalter spinnt komplett.

Wir packen alles ab und schmieren mit dem Kontaktspray so gut es geht und sie laeuft,a ber wieder fast eine Stunde vergangen.

Die naechsten Stunden sind einfach nur ein Drama. Immer wieder setzt die BMW aus und wir schmieren und schmieren. Gegen13 Uhr passieren wir den kirgisischen Grenzposten. Jetzt sind es noch 45 km und was fuer eine beschissene Strecke, ob der Guide, ohne den wir sowieso nicht rein kommen, noch da ist.

Dann 30 km vor der Grenze macht die BMW endgueltig keine Mucks mehr. Wir beschliessen, dass Joe versucht, den Schalter abzutrenne, wir wissen nicht, ob die dann ueberhaupt wieder laeuft und ich fahre derweil zur Grenze, um dem Guide zu sagen, dass wir doch noch kommen und er warten soll.

Gegen 15 Uhr erreiche ich die Grenze, aber es ist kein Guide da und natuerlich spricht keiner Englisch. Ich versuche ihnen klar zu machen, dass ich meinen Freund noch hole und wieder komme. Ich brettere zurueck und nach 15 km treffen wir uns. Joe hat den Schalter ausbauen koennen, ihn gesaeubert und jetzt laeuft das Ding endlich wieder.

Gegen 16 Uhr erreichen wir beide die Grenze. Es ist nicht zu fassen, der Grenzer will uns nicht rein lassen, wir sind zu spaet und morgen hat die Grenze eh schon dicht, dies ist der letzte Tag. Ich flehe und bettle fast auf Knien, schliesslich geht der Schlagbaum hoch – wir sind in CHINA.

Wir bekommen unseren Stempel und als wir weiterfahren wollen, der Guide muss anscheinen weiter hinten warten, bemerke ich, dass ich hinten ein Loch gefahren habe.

Ich habe nun geschaetzte 250.000 Motorradkm auf dem Buckel und hatte nie ein Loch. Was ist das nur los, das kann es doch alles nicht geben.

Zusammen mit 4 LKW-Fahren, wechseln wir den Schlauch. Joe ist inzwischen weiter gefahren und als er zurueck kommt, teilt er mit, dass der Guide in 7 km am Grenztor wartet. Gegen 18 Uhr erreiche auch ich das Grenztor.

Zwei Motorradfahrer aus Belgien und zwei Rucksacktouristinen aus Irland haben ueber 6 Std auf uns warten muessen.

Der Guide teilt mit, dass wir jetzt 100 km bis zur Imigrationsstation fahren muessen, wo alles genau gecheckt wird.

Wir fahren mit den Motorraedern vor und nach 20 km bleibe ich stehen, denn der Reifen hinten ist wieder platt. Wenn hier ein Abgrund gewesen waere, ich haette sie ziemlich sicher hinunter gefeuert. Einer meiner Wahlsprueche lautet: Irgendwie geht es immer weiter, aber in diesem Moment war ich noch nie so nahe am Boden wie nun meine Hinterradfelge.

Der Bus holt uns ein, in dem Guide mit den Irlaenderinnen sitzt und alle sind vollkommen entsetzt. Dann lassen wir sie halt hier stehen und holen sie morgen, sagen wir. Geht nicht, morgen ist Feiertag und keiner darf in diese Zone rein.

Ich machs kurz und glauben wirds eh nur, wer ein Bild davon sieht. Die Queen kommt mit dem Hinterrad voran in die kleine Seitentuere des Minibusses, wird festgezurrt und mit heraushaengendem Vorderreifen erreiche wir schliesslich absolut fertig gegen 01 Uhr unser Hotel.

12.10.13 Neue Problem in Kashgar

Wir kuemmern uns zuerst um die Bikes. Die Queen bekommt eine staerkere Batterie und hinten drauf irgend einen abgefu…. chinsesischen Rennstrassenreifen – geschieht ihr recht.

Der Koffertraeger der BMW ist zweimal gebrochen und wir geschweisst.

Nachmittags treffen wir uns erstmals mit dem Rest unserer Reisegruppe, die in einem anderen Hotel untergebracht sind. Und es gibt keine guten Nachrichten.

Eigenlich sollten wir morgen Kashgar verlassen, aber angeblich sind die Genehmigungen noch nicht fertig. Wir muessen noch zwei Tage laenger hier bleiben.  Dann ist unser Rueckflug auch weg.

Es wird viel telefoniert und schliesslich heisst es, ein Tag laenger, also soll es am Montag Richtung Tibet los gehen.

13.10.13 Endlich ein wenig Ruhe

Dies ist der Erste Tag seit unserer Abreise aus Osch, an dem wir endlich mal ein wenig durchschnaufen koennen. Seither liefen wir eigentlich nur im roten Bereich und mental wahrscheinlich auch weit darueber.

Aber man sieht es, alte Bayernliga-Judokaempfer der DJK Eichstaett wirft so leicht nichts um. Gut Wurf!!!!

Anschliessend jetzt gegen 18 Uhr treffen wir uns wieder mit unserer Gruppe und dann muesste es eigentlich morgen los gehen, wenn nicht …

Wahrscheinlich kann ich mich erst wieder aus in knapp 10 Tagen aus Lhasa melden.

Bis dahin an alle viele Gruesse

Joe und Brummi

14.10.13 Wir streifen die Taklamkan

Einen Tag spaeter als geplant geht es um 11.00 Uhr endlich los. Wir verlassen die Kashgar und fahren im Konvoi, 3 Pkw und unsere beiden Motorraeder immer am Rande der Taklamkan Wueste entlang in Richtung Sueden. In Yecheng beginnt der Xinjiang-Tibet-Highway, die Nationalstrasse 219, die uns ueber 2342 km bis Latse fuehren wird. Dort trifft sie auf den Friendship-Highway, der von Lhasa nach Nepal fuehrt. Es gilt mehrere ueber 5000 m hohe Paesse zu ueberwinden und die 219 fuehrt direkt am heiligen Berg Kailash vorbei.

Obwohl die Sonne wegen dem Staub der Taklamakan den ganzen Tag nicht durchkommt, ist es nicht kalt und wir kommen abends im Hotel in Yecheng an.